„Alte Geschichten loslassen“,
damit beginnt unser 2.Projektwochenende vom 15. bis 17.10.2010 in der JVA Brandenburg.
An jedem dieser Tage beginnen wir mit einer Stunde Yoga. Wir nennen es das Yoga des Schmelzens, weil es darauf ausgerichtet ist, mit dem Atem in die einzelnen Körperhaltungen hineinzuschmelzen. Dieses Hineinschmelzen lässt den Körper weicher und durchlässiger werden, wodurch die Gefühle besser und deutlicher wahrgenommen werden können.
Die Männer gehen mit Freude und Engagement in die Übungen obwohl es teilweise sehr anstrengend für sie ist. So dass wir immer darauf hinweisen müssen sich nicht zu überanstrengen. Sondern wirklich bewusst in die einzelnen Körperhaltungen hineinzuschmelzen, damit dieses „Hineinschmelzen“ zu einer inneren Haltung im Leben werden kann.
Nach einer kurzen Ruhepause beginnen wir mit dem Thema des Wochenendes „Alte Geschichten loslassen“. Diese Geschichten machen den Männern das Leben schwer. So schwer, dass sie am liebsten gar nicht darüber reden möchten. Die gestellte Frage vom vergangenen Mittwoch „Mit welchen Geschichten kannst Du nicht in Frieden sein?“ ist nicht beantwortet. Keiner der Männer hat Antworten aufgeschrieben.
Auf alte, unangenehme und vielleicht auch schmerzhafte Ereignisse zu schauen ist wohl für jeden Menschen eine große Herausforderung und so gibt es auch hier bei den Gefangenen große Berührungsängste mit ihrer Vergangenheit. Es zeigt sich, dass das schmerzhafte Ereignis häufig in einem frühen Lebensabschnitt liegt. Darauf zu schauen, löst viele Gefühle aus, die bisher gut verdeckt waren. Löst Widerstände aus und Impulse, darüber hinwegzugehen.
Doch langsam, bestimmt und liebevoll nehmen wir uns die Zeit, um wirklich bei den alten Geschichten und den dazugehörigen Gefühlen zu bleiben. Die Geschichten, die immer noch da sind, die die Männer in Unruhe versetzen und sie Nachts nicht schlafen lassen weil sie bisher noch nicht annehmen konnten, dass es so geschehen ist, wie es geschah. Mit dem Anschauen der Geschichte kommen alle Gefühle hoch, alle die damit verbunden sind. Manchmal ist da sehr viel Schmerz, Schmerz der Raum haben will, um gefühlt zu werden. Und dann fließen Tränen, die schon immer geweint werden wollten. Tränen, für all das, was geschah. Und es gibt soviel Scham, sich mit allem zu zeigen, mit all dem guten und all dem schlechten.
Dieses Wochenende hat uns alle bewegt und unser aller Herzen weiter werden lassen. Es hat uns alle hineinschmelzen lassen in die Gefühle, die jetzt wirklich Raum haben dürfen, damit das zu Ruhe kommen kann womit wir nicht im Frieden sind - bei den Männern in der JVA und auch bei uns im Team.
So kann jeder einen ersten Schritt hin zu Annehmen seiner Geschichte machen und Verantwortung übernehmen, für das was geschehen ist. Ohne etwas zu beschönigen oder besonders herauszustellen.
Es darf so sein, wie es war. Das ist der Satz der alles in Bewegung setzt und das Leben verändern kann.
Thilo
Montag, 18. Oktober 2010
Donnerstag, 30. September 2010
Nicht einverstanden sein
Heute, am 29.09.2010, waren fast alle am Modellprojekt teilnehmenden Häftlinge anwesend, sodass wir mit fünf Männern arbeiten konnten.
Die von Thilo angeleitete Einstiegstrance war in Form der Bewusstheitsübung angelegt und sollte von den Gedanken weg immer tiefer in die Gefühle und Erfahrungen führen.
Den anschliessenden Erfahrungsaustausch haben wir dann noch mit folgender Frage präzisiert: "Was genau hilft dir von den praktizierten Methoden und Instrumenten bzw. wo hast du noch Probleme?"
Schliesslich wollen wir im Rahmen des Modellprojektes keinen philosophischen Diskurs abhalten sondern mit erprobten praktischen Hilfsmitteln der Erfahrung der inneren Freiheit näher kommen.
Nacheinander berichteten die Teilnehmer [A - E]:
A) "Mir hilft die Arbeit hier, meine gedanklichen und gefühlsmässigen Impulse zu kontrollieren. Wobei das Kontrollieren bedeutet, nichts mit den Gedanken zu machen und bei den Gefühlen, sie innerlich 'toben' lassen, bis sie sich von alleine auflösen. D. h., 'verbrennen'"
Anmerkung von uns; da bei den Schilderungen auch der Hinweis fiel " . . . es soll mir gut gehen" haben wir empfohlen, genau darauf zu achten, dass nicht etwa unangenehme Gedanken oder Gefühle weggemacht werden!
B) "Ich bin mir viel besser meiner authentischen Gefühle bewusst. Speziell denen, die durch die Erinnerung an die Tat ausgelöst werden."
C) "Das Loslassen bringt mich immer tiefer. Dadurch erreiche ich die weiteren Gefühle unter den oberflächlichen Gefühlen. Bei allem bin ich aber auch misstrauisch, was vielleicht auch Angst sein könnte. Schlussendlich taucht für mich dann etwas auf wie ein schwarzes Loch, in das alles hineinfällt.
Anmerkung von Thilo: "Dann bleib da drin. Das Ego muss nicht wieder aus dem schwarzen Loch auftauchen.
D)"Meine Körperwahrnehmung hat sich sehr verbessert. Ich bin ruhiger und gelassener geworden. Die Hausaufgabe habe ich leider nicht gemacht, da ich sehr schreibfaul bin bzw. bin ich sehr ausgelastet, da man mir hier die Möglichkeit gibt, die Schule nachzuholen.
Anmerkung von Thilo: "Dann hiermit eine neue Hausaufgabe, wo nur ganz ganz wenig zu schreiben ist. Finde einen Satz auf die Frage - Was ist meine allertiefste Sehnsucht?"
E) "Ich habe tatsächlich mit dem Rauchen aufgehört. Es macht mir auch nichts aus, mit Rauchern zusammen zu sein. Im Moment kaue ich zwar mehr Kaugummi aber das sind die Kostenersparnis und die Gesundheit wert. Das gesparte Geld kann ich z. B. meinem Enkel zukommen lassen. Und ich fühle die Freiheit, die mit dem Nichtrauchen verbunden ist."
Frage dazu: "Was soll dir die Gesundheit geben? Antwort "XYZ" und was soll das dir geben, und was das, usw. Am Ende kamen dann die Worte "Leben, Freude"
Danach haben wir folgende 2-er - Übung angeleitet, wobei wechselseitig einer den anderen als 'Spiritueller Freund' begleitet:
Der Begleiter stellt die Frage: "Mit wem oder was bist du nicht einverstanden?" Dann kommt die Antwort "XYZ" Diese Antwort wiederholt der Begleiter wortgetreu und fragt anschliessend: "Und wie reagierst du darauf?" Dann kommt wieder eine Antwort, wofür sich der Begleiter bedankt und wieder die Ausgangsfrage stellt: "Mit wem oder . . ."
Nach dem abschliessenden Erfahrungsaustausch und der Vorfreude auf das 2. Wochenende vom 15. - 17. Oktober 2010, haben wir uns für heute wieder verabschiedet.
Rainer
Die von Thilo angeleitete Einstiegstrance war in Form der Bewusstheitsübung angelegt und sollte von den Gedanken weg immer tiefer in die Gefühle und Erfahrungen führen.
Den anschliessenden Erfahrungsaustausch haben wir dann noch mit folgender Frage präzisiert: "Was genau hilft dir von den praktizierten Methoden und Instrumenten bzw. wo hast du noch Probleme?"
Schliesslich wollen wir im Rahmen des Modellprojektes keinen philosophischen Diskurs abhalten sondern mit erprobten praktischen Hilfsmitteln der Erfahrung der inneren Freiheit näher kommen.
Nacheinander berichteten die Teilnehmer [A - E]:
A) "Mir hilft die Arbeit hier, meine gedanklichen und gefühlsmässigen Impulse zu kontrollieren. Wobei das Kontrollieren bedeutet, nichts mit den Gedanken zu machen und bei den Gefühlen, sie innerlich 'toben' lassen, bis sie sich von alleine auflösen. D. h., 'verbrennen'"
Anmerkung von uns; da bei den Schilderungen auch der Hinweis fiel " . . . es soll mir gut gehen" haben wir empfohlen, genau darauf zu achten, dass nicht etwa unangenehme Gedanken oder Gefühle weggemacht werden!
B) "Ich bin mir viel besser meiner authentischen Gefühle bewusst. Speziell denen, die durch die Erinnerung an die Tat ausgelöst werden."
C) "Das Loslassen bringt mich immer tiefer. Dadurch erreiche ich die weiteren Gefühle unter den oberflächlichen Gefühlen. Bei allem bin ich aber auch misstrauisch, was vielleicht auch Angst sein könnte. Schlussendlich taucht für mich dann etwas auf wie ein schwarzes Loch, in das alles hineinfällt.
Anmerkung von Thilo: "Dann bleib da drin. Das Ego muss nicht wieder aus dem schwarzen Loch auftauchen.
D)"Meine Körperwahrnehmung hat sich sehr verbessert. Ich bin ruhiger und gelassener geworden. Die Hausaufgabe habe ich leider nicht gemacht, da ich sehr schreibfaul bin bzw. bin ich sehr ausgelastet, da man mir hier die Möglichkeit gibt, die Schule nachzuholen.
Anmerkung von Thilo: "Dann hiermit eine neue Hausaufgabe, wo nur ganz ganz wenig zu schreiben ist. Finde einen Satz auf die Frage - Was ist meine allertiefste Sehnsucht?"
E) "Ich habe tatsächlich mit dem Rauchen aufgehört. Es macht mir auch nichts aus, mit Rauchern zusammen zu sein. Im Moment kaue ich zwar mehr Kaugummi aber das sind die Kostenersparnis und die Gesundheit wert. Das gesparte Geld kann ich z. B. meinem Enkel zukommen lassen. Und ich fühle die Freiheit, die mit dem Nichtrauchen verbunden ist."
Frage dazu: "Was soll dir die Gesundheit geben? Antwort "XYZ" und was soll das dir geben, und was das, usw. Am Ende kamen dann die Worte "Leben, Freude"
Danach haben wir folgende 2-er - Übung angeleitet, wobei wechselseitig einer den anderen als 'Spiritueller Freund' begleitet:
Der Begleiter stellt die Frage: "Mit wem oder was bist du nicht einverstanden?" Dann kommt die Antwort "XYZ" Diese Antwort wiederholt der Begleiter wortgetreu und fragt anschliessend: "Und wie reagierst du darauf?" Dann kommt wieder eine Antwort, wofür sich der Begleiter bedankt und wieder die Ausgangsfrage stellt: "Mit wem oder . . ."
Nach dem abschliessenden Erfahrungsaustausch und der Vorfreude auf das 2. Wochenende vom 15. - 17. Oktober 2010, haben wir uns für heute wieder verabschiedet.
Rainer
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Donnerstag, 16. September 2010
Dem Tod begegnen und der Angst
In der Eingangstrance sollten sich die Teilnehmer vorstellen, dass das Leben nur eine leere Projektionsfläche wäre. Wie eine leere weisse Kinoleinwand. Und auf dieser Leinwand werden dann Bilder und Laute drauf projiziert. Mal Komödien, mal Liebesfilme, Action oder Dokumentationen. Oder deine Geschichte. Dein Leben. Und das diese Bilder und Geschichten nicht das wirkliche erfahrbare Leben sind. Und welche Erfahrungen gemacht werden, wenn die Geschichten aufhören und nur noch da ist, was unmittelbar im jetzigen Moment auftaucht.
Das da vielleicht auch Angst auftaucht und sich festgehalten wird. Am Körper, am Leben, eben an der Geschichte.
So bat ich die Teilnehmer immer noch in der Trance, sich vorzustellen, sie hätten sich in einem tiefen Urwald verirrt und es gäbe wirklich und ganz sicher keine Hoffnung, dass sie in den nächsten Tagen gefunden werden könnten.
Und dass sie jetzt von der giftigsten Schlange gebissen worden wären, die es auf der Erde gibt. Wo man weiss, dass es kein Gegengift gibt und sie sicher in längstens 2 Stunden tot sein werden.
Beim anschliessenden Erfahrungsaustausch wurde deutlich, woran der Einzelne noch festhält. Z. B. am Körper. Aber es wurde auch berichtet, dass mit der Vorstellung über den sicheren Tod ein Einverstanden einherging. Eine tiefe Ruhe eingekehrt ist.
Weil das Thema Angst vor dem Tod bzw. Tod überhaupt öfter angesprochen wurde, habe ich gleich eine weitere Trance-Übung gemacht. Dabei sollten sich die Teilnehmer ihre eigene Beerdigung vorstellen. Sie wären ganz sicher gestorben und lägen jetzt in ihrem Grab. Und sie könnten noch rausschauen und sehen, wer sich alles um das Grab versammelt hat. Familienangehörige, Freunde und Bekannte, KollegenINNEN, Sportfreunde u. ä. Oder auch wichtig, wer ggf. fehlte.
Und dabei sollten sie sich jeden einzelnen der Trauergesellschaft genau anschauen. Was er tut, wie sein Gesichtsausdruck ist, welche Kleidung er trägt, usw. Und dann sollte jemand noch näher an das Grab herantreten und eine Grabrede halten. Wer war es - mit welcher Haltung und Mimik - was sagte er / sie?
Nachdem die Trance beendet war und alle wieder unversehrt und lebendig im Raum, war es doch so, dass alle zu ihrer eigenen Überraschung keine Angst hatten. Wirklich einverstanden waren und im Frieden damit.
Mit einem abschliessenden Austausch über die Fiktion des Egos und die inständige Empfehlung, unbedingt auch ausserhalb der 2 Stunden mittwochs an der 'Inneren Freiheit' zu arbeiten, habe ich mich verabschiedet.
Rainer
Das da vielleicht auch Angst auftaucht und sich festgehalten wird. Am Körper, am Leben, eben an der Geschichte.
So bat ich die Teilnehmer immer noch in der Trance, sich vorzustellen, sie hätten sich in einem tiefen Urwald verirrt und es gäbe wirklich und ganz sicher keine Hoffnung, dass sie in den nächsten Tagen gefunden werden könnten.
Und dass sie jetzt von der giftigsten Schlange gebissen worden wären, die es auf der Erde gibt. Wo man weiss, dass es kein Gegengift gibt und sie sicher in längstens 2 Stunden tot sein werden.
Beim anschliessenden Erfahrungsaustausch wurde deutlich, woran der Einzelne noch festhält. Z. B. am Körper. Aber es wurde auch berichtet, dass mit der Vorstellung über den sicheren Tod ein Einverstanden einherging. Eine tiefe Ruhe eingekehrt ist.
Weil das Thema Angst vor dem Tod bzw. Tod überhaupt öfter angesprochen wurde, habe ich gleich eine weitere Trance-Übung gemacht. Dabei sollten sich die Teilnehmer ihre eigene Beerdigung vorstellen. Sie wären ganz sicher gestorben und lägen jetzt in ihrem Grab. Und sie könnten noch rausschauen und sehen, wer sich alles um das Grab versammelt hat. Familienangehörige, Freunde und Bekannte, KollegenINNEN, Sportfreunde u. ä. Oder auch wichtig, wer ggf. fehlte.
Und dabei sollten sie sich jeden einzelnen der Trauergesellschaft genau anschauen. Was er tut, wie sein Gesichtsausdruck ist, welche Kleidung er trägt, usw. Und dann sollte jemand noch näher an das Grab herantreten und eine Grabrede halten. Wer war es - mit welcher Haltung und Mimik - was sagte er / sie?
Nachdem die Trance beendet war und alle wieder unversehrt und lebendig im Raum, war es doch so, dass alle zu ihrer eigenen Überraschung keine Angst hatten. Wirklich einverstanden waren und im Frieden damit.
Mit einem abschliessenden Austausch über die Fiktion des Egos und die inständige Empfehlung, unbedingt auch ausserhalb der 2 Stunden mittwochs an der 'Inneren Freiheit' zu arbeiten, habe ich mich verabschiedet.
Rainer
Mittwoch, 8. September 2010
"Nur weil du ein Pferd reitest bist du nicht das Pferd" - Der Körper
Gestern, auf dem Weg zum Gebäude der Sozialtherapeutischen Abteilung, bereits innerhalb der Haftanlage, begegnete mir Herr Feelgood, der Leiter der SothA. Neben der freundlichen Begrüssung sprachen wir kurz darüber, wie wohl zu bestimmten Zeitpunkten im Projekt, oder bei Projektende, die Evaluation der Arbeit erfolgen kann. Neben den von uns eingesetzten Fragebogen und der Einzelfallanalyse auf Seiten der Sota ist noch Raum für weitere Ansätze. Möglicherweise wird auch der Dokumentarfilm hierzu einiges bieten.
Die Teilnehmer 'tröpfelten' ab 17. Uhr nacheinander ein, sodass durch die jeweilige Begrüssung des Nächsten und die Gespräche untereinander ein gewisses Mass an 'Lärm' entstand.
Dies habe ich zunächst einmal so laufen lassen, um anschliessend darüber zu sprechen, dass wir genau das nicht wollen. Nicht wollen, dass sich die 'Alltagsgeschichten' begegnen:
"Wie wars gestern - wie heute - wie wird es morgen werden?"
Vielmehr wollen wir die kurze Gelegenheit unserer wöchentlichen Treffen nutzen, um auszuprobieren, wie es ist, in Stille mit sich zu sein.
Also gleich zu Beginn eine meditative, besser kontemplative Haltung einzunehmen.
D. h., für sich in Stille sein und offen sein für das was auftaucht.
Dafür hatten wir einen ganz neuen Teilnehmer dabei, der zunächst einmal offen erfahren wollte, um was für eine Art von Arbeit es sich handelt.
Später, als er von mir hörte, dass wir sehr mit den Gefühlen arbeiten, berichtete er Folgendes.
Als er ins Gefängnis kam war seine Tochter noch klein und er wollte auf keinen Fall, dass Sie ihn im Gefängnis sieht. Aber Sie wollte unbedingt und so hat er sie vor einiger Zeit nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder gesehen. Als junge Frau. Und als sie sich in den Armen lagen hat er geweint.
"Das ist doch schön und insbesondere natürlich" meinte ich dazu und war sehr berührt von seinen Ausführungen.
Als weiteren Einstieg habe ich die Körpertrance angeleitet, mit der von den Füssen beginnend, quasi inwendig, eine Reise durch den ganzen Körper erfolgt. Zum Abschluss sollte jeder als Vorstellung aus seinem Körper heraustreten und sich diesen einmal genau betrachten. Bei dem anschliessenden Erfahrungsaustausch ging es auch darum festzustellen, dass wir nicht der Körper sind. Wir haben einen Körper, sind aber nicht der Körper. So wie wir nicht das Pferd sind, nur weil wir es reiten. Für den ein oder anderen war das nicht so leicht erfahr oder annehmbar.
Bei einem Teilnehmer löste es Wut und Hass aus, sich, seinen Körper wie in einem Spiegel zu sehen. Als die Wut einen Satz sagen sollte ging das aber [noch] nicht.
Dann sollte jeder sich einmal vorstellen, er sei ein Bär.
Ein grosser stattlicher Grizzlybär.
Und ganz bewusst und mit jeder Körperzelle in diese Rolle hineinspüren.
Was empfindet so ein Tier, wie verhält es sich? Wie ist die Körperhaltung, welche Laute gibt das Tier von sich und bei welchen unterschiedlichen Gelegenheiten?
Dann sollten alle aufstehen und im Raum herumgehen. Ganz so wie sie glaubten, dass ein Bär dies tun würde. Wie würde er auf Rivalen reagieren, wie Futter suchen, oder sich an einem Baum reiben, wenn ihn sein Rücken juckt?
Aber das Wichtigste im Unterschied zu uns - ein Bär weiss nicht, dass er einer ist. Er denkt nicht darüber nach wie er ist oder vielleicht anders sein möchte.
Mensch-Sein ist etwas anderes als nur der Körper sein. Das was etwas wahrnehmen kann, ein Objekt, ist nicht das Objekt. D. h., da du den Körper wahrnehmen kannst bist du nicht der Körper. Und diese tiefere innere Erfahrung wollen wir hier in der Arbeit ermöglichen.
Bzw. jeder Einzelne kann für sich diese Errfahrung zu jeder Zeit machen. Indem er anhält - still bleibt.
Zum Schluss sind wir die letzten 10 Minuten ganz in Stille sitzen geblieben.
Rainer
Die Teilnehmer 'tröpfelten' ab 17. Uhr nacheinander ein, sodass durch die jeweilige Begrüssung des Nächsten und die Gespräche untereinander ein gewisses Mass an 'Lärm' entstand.
Dies habe ich zunächst einmal so laufen lassen, um anschliessend darüber zu sprechen, dass wir genau das nicht wollen. Nicht wollen, dass sich die 'Alltagsgeschichten' begegnen:
"Wie wars gestern - wie heute - wie wird es morgen werden?"
Vielmehr wollen wir die kurze Gelegenheit unserer wöchentlichen Treffen nutzen, um auszuprobieren, wie es ist, in Stille mit sich zu sein.
Also gleich zu Beginn eine meditative, besser kontemplative Haltung einzunehmen.
D. h., für sich in Stille sein und offen sein für das was auftaucht.
Dafür hatten wir einen ganz neuen Teilnehmer dabei, der zunächst einmal offen erfahren wollte, um was für eine Art von Arbeit es sich handelt.
Später, als er von mir hörte, dass wir sehr mit den Gefühlen arbeiten, berichtete er Folgendes.
Als er ins Gefängnis kam war seine Tochter noch klein und er wollte auf keinen Fall, dass Sie ihn im Gefängnis sieht. Aber Sie wollte unbedingt und so hat er sie vor einiger Zeit nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder gesehen. Als junge Frau. Und als sie sich in den Armen lagen hat er geweint.
"Das ist doch schön und insbesondere natürlich" meinte ich dazu und war sehr berührt von seinen Ausführungen.
Als weiteren Einstieg habe ich die Körpertrance angeleitet, mit der von den Füssen beginnend, quasi inwendig, eine Reise durch den ganzen Körper erfolgt. Zum Abschluss sollte jeder als Vorstellung aus seinem Körper heraustreten und sich diesen einmal genau betrachten. Bei dem anschliessenden Erfahrungsaustausch ging es auch darum festzustellen, dass wir nicht der Körper sind. Wir haben einen Körper, sind aber nicht der Körper. So wie wir nicht das Pferd sind, nur weil wir es reiten. Für den ein oder anderen war das nicht so leicht erfahr oder annehmbar.
Bei einem Teilnehmer löste es Wut und Hass aus, sich, seinen Körper wie in einem Spiegel zu sehen. Als die Wut einen Satz sagen sollte ging das aber [noch] nicht.
Dann sollte jeder sich einmal vorstellen, er sei ein Bär.
Ein grosser stattlicher Grizzlybär.
Und ganz bewusst und mit jeder Körperzelle in diese Rolle hineinspüren.
Was empfindet so ein Tier, wie verhält es sich? Wie ist die Körperhaltung, welche Laute gibt das Tier von sich und bei welchen unterschiedlichen Gelegenheiten?
Dann sollten alle aufstehen und im Raum herumgehen. Ganz so wie sie glaubten, dass ein Bär dies tun würde. Wie würde er auf Rivalen reagieren, wie Futter suchen, oder sich an einem Baum reiben, wenn ihn sein Rücken juckt?
Aber das Wichtigste im Unterschied zu uns - ein Bär weiss nicht, dass er einer ist. Er denkt nicht darüber nach wie er ist oder vielleicht anders sein möchte.
Mensch-Sein ist etwas anderes als nur der Körper sein. Das was etwas wahrnehmen kann, ein Objekt, ist nicht das Objekt. D. h., da du den Körper wahrnehmen kannst bist du nicht der Körper. Und diese tiefere innere Erfahrung wollen wir hier in der Arbeit ermöglichen.
Bzw. jeder Einzelne kann für sich diese Errfahrung zu jeder Zeit machen. Indem er anhält - still bleibt.
Zum Schluss sind wir die letzten 10 Minuten ganz in Stille sitzen geblieben.
Rainer
Donnerstag, 26. August 2010
ICH und ICH und nochmal ICH und . . .
Mit geschlossenen Augen sollten die Teilnehmer fühlen, welches Gefühl gerade im Vordergrund ist oder welche Stimmung.
Und dann tiefer da rein fallen und offen sein für das, was dann auftaucht.
Nach 'endlosem' Fallen endete die Trance mit:
" ... und jetzt kannst du einmal so tief fallen, wie du bisher vielleicht noch nie fallen konntest. Und da unten, ganz tief vor dir, da liegt vielleicht so etwas wie ein Geschenk, etwas, dass bisher nur noch nicht gesehen werden konnte.
In der letzten Woche war die Frage nach den verschiedenen Zuständen des 'ICH' aufgetaucht. Anhand der Transaktionsanalyse,TA, haben wir über die verschiedenen ICH-Zustände gesprochen.
“Die Transaktionsanalyse ist eine Theorie der menschlichen Persönlichkeit und zugleich eine Richtung der Psychotherapie, die darauf abzielt, sowohl die Entwicklung wie auch die Veränderungen der Persönlichkeit zu fördern”
BASIS/ GRUNDANSCHAUUNG:
Die TA geht von den Annahmen aus, dass:
1.) die Menschen in Ordnung und von Grund auf gut sind,
2.) jeder Mensch die Fähigkeit zum Denken besitzt und
3.) über sein Schicksal selbst entscheidet und seine Entscheidungen jederzeit ändern
kann.
Dabei kann er aus drei verschiedenen ICH-Zuständen reagieren, die er bereits in der Kindheit entwickelt hat.
Erwachsenen-ICH, Eltern-ICH und Kind-ICH
Nach dem anschliessenden Austausch haben wir eine 2-er Übung gemacht, bei der wechselseitig einer den anderen als spiritueller Freund begleitet.
Dabei wurde immer wieder die Frage gestellt: "Wie verkaufst du dich?" Nach der jeweiligen Antwort bedankte sich der spirituelle Freund und stellte wieder die gleiche Frage. Und so über den Zeitraum von ca. 7 Minuten immer weiter. Dann wurde gewechselt und der zuvor Begleitete war jetzt der spirituelle Freund der fragte.
Beim abschliessenden Erfahrungsaustausch konnte jeder mitteilen, wie er erkannt hat, welche mannigfaltigen Rollen das ICH spielt. Um etwas zu erhalten oder um etwas abzuwehren.
Mit der Frage, welche Erfahrungen damit gemacht wurden, bzw. welches Gefühl gerade da ist und dem Austausch darüber, haben wir uns gegenseitig verabschiedet.
Rainer
Und dann tiefer da rein fallen und offen sein für das, was dann auftaucht.
Nach 'endlosem' Fallen endete die Trance mit:
" ... und jetzt kannst du einmal so tief fallen, wie du bisher vielleicht noch nie fallen konntest. Und da unten, ganz tief vor dir, da liegt vielleicht so etwas wie ein Geschenk, etwas, dass bisher nur noch nicht gesehen werden konnte.
In der letzten Woche war die Frage nach den verschiedenen Zuständen des 'ICH' aufgetaucht. Anhand der Transaktionsanalyse,TA, haben wir über die verschiedenen ICH-Zustände gesprochen.
“Die Transaktionsanalyse ist eine Theorie der menschlichen Persönlichkeit und zugleich eine Richtung der Psychotherapie, die darauf abzielt, sowohl die Entwicklung wie auch die Veränderungen der Persönlichkeit zu fördern”
BASIS/ GRUNDANSCHAUUNG:
Die TA geht von den Annahmen aus, dass:
1.) die Menschen in Ordnung und von Grund auf gut sind,
2.) jeder Mensch die Fähigkeit zum Denken besitzt und
3.) über sein Schicksal selbst entscheidet und seine Entscheidungen jederzeit ändern
kann.
Dabei kann er aus drei verschiedenen ICH-Zuständen reagieren, die er bereits in der Kindheit entwickelt hat.
Erwachsenen-ICH, Eltern-ICH und Kind-ICH
Nach dem anschliessenden Austausch haben wir eine 2-er Übung gemacht, bei der wechselseitig einer den anderen als spiritueller Freund begleitet.
Dabei wurde immer wieder die Frage gestellt: "Wie verkaufst du dich?" Nach der jeweiligen Antwort bedankte sich der spirituelle Freund und stellte wieder die gleiche Frage. Und so über den Zeitraum von ca. 7 Minuten immer weiter. Dann wurde gewechselt und der zuvor Begleitete war jetzt der spirituelle Freund der fragte.
Beim abschliessenden Erfahrungsaustausch konnte jeder mitteilen, wie er erkannt hat, welche mannigfaltigen Rollen das ICH spielt. Um etwas zu erhalten oder um etwas abzuwehren.
Mit der Frage, welche Erfahrungen damit gemacht wurden, bzw. welches Gefühl gerade da ist und dem Austausch darüber, haben wir uns gegenseitig verabschiedet.
Rainer
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Das ICH,
Transaktionsanalyse
Donnerstag, 19. August 2010
Die Sehnsucht zeigt den Weg zur inneren Freiheit
Nach Krankheit und 3-wöchiger Erholungszeit mit Urlaub war ich gestern mit Thilo endlich wieder in der JVA.
Ein neuer Teilnehmer hat zur Gruppe gefunden und wenn alles klappt wird am nächsten Mittwoch, dem 25. Aug, ein weiterer Häftling dazukommen. Dann hätten wir 5 Teilnehmer.
Im September oder Oktober soll es einen Erfahrungsaustausch mit allen Beteiligten geben; den teilnehmenden Häftlingen, den Verantwortlichen der JVA und dem Projektteam.
Für den heutigen [18.8.] Einstieg hat Thilo eine neue Körperarbeit vorbereitet.
Zu 15 Minuten Kundalini-Meditations-Klängen von der CD, mit anschliessenden 15 Minuten Ausklingen und Nachspüren, haben die Teilnehmer und wir unsere Körper sich schütteln lassen.
Die Übung kann von den Gedanken wegbringen und den Körper entspannen und auch energetisieren. So auch die Erfahrungsberichte nach der Übung.
Nach dem Erfahrungsaustausch hat jeder Einzelne berichtet, was in den letzten Tagen aufgetaucht ist bzw. ansteht.
Das Spektrum reichte hier von der Hoffnung auf Beendigung/Verkürzung der Sicherungsverwahrung, der Feststellung, doch immer wieder primär in die Gedanken zu gehen, bis hin zum Ausblenden unangenehmer Gefühle, bzw. dem was jetzt auftaucht, indem sich auf die "Kuckuckswolke 7" zurückgezogen wird.
Und doch ist da auch die tiefe Sehnsucht nach Stille. Nach innerer Freiheit.
Anschliessend haben wir nochmals die Bedeutung der Bewusstheitsübung unterstrichen, die wir verstärkt anleiten und durchführen wollen. Und dabei auch die Position des Begleiters als sog. "spiritueller Freund". Der spirituelle Freund, diese Haltung, wo keine Bewertungen und Erwartungen da sind und keine eigenen Vorstellungen oder Absichten. Wenn jemand in dieser Haltung ist scheint die wahre Natur des Menschen durch: Liebe, Leere und Bewusstsein.
Die Bewusstheitsübung beginnt mit der schlichten Frage: "Wessen bist du dir jetzt bewusst?" Oder abgewandelt: "Was fühlst oder erfährst du gerade?"
Und dann antwortet der andere mit seiner Wahrnehmung, die gerade da ist. Und dann wiederholst du die Antwort genau mit denselben Worten. Und dann fügst du etwas Neues an: „du kannst dir auch .... bewusst sein.“ Abschliessend fügst du immer den gleichen Satz an: „und das kann dir helfen tiefer zu fallen“. So kannst du dein Gegenüber darin unterstützen, diese innere Reise zu machen, tiefer zu sich zu finden.
Diese Basisübung, die anfängt mit der Frage „Wessen bist du dir bewusst“, ist auch eine Trance-Induktion und das wichtigste Instrument auf dem Weg zur inneren Freiheit.
Du kannst sie benutzen, um für dich selber oder für den Menschen, mit dem du arbeitest oder den du unterstützt oder begleitest, zu helfen, dieses Zwischenreich, diesen Trancezustand, diesen hypnotischen Zustand aufzusuchen, um auf den verschiedenen Ebenen zu arbeiten. Und du kannst sogar unmittelbar aufwachen.
Nach dem Wechsel zur gegenseitigen Unterstützung und einem kurzen Erfahrungsaustausch war die Zeit leider schon wieder verstrichen.
Es gibt noch die Idee, einen/mehrere Beitrag der teilnehmenden Häftlinge im O-Ton an dieser Stelle zu veröffentlichen . . .
Und demnächst wird es nach Freigabe den ersten Filmtrailer über das Projekt und die Arbeit geben.
Rainer
Ein neuer Teilnehmer hat zur Gruppe gefunden und wenn alles klappt wird am nächsten Mittwoch, dem 25. Aug, ein weiterer Häftling dazukommen. Dann hätten wir 5 Teilnehmer.
Im September oder Oktober soll es einen Erfahrungsaustausch mit allen Beteiligten geben; den teilnehmenden Häftlingen, den Verantwortlichen der JVA und dem Projektteam.
Für den heutigen [18.8.] Einstieg hat Thilo eine neue Körperarbeit vorbereitet.
Zu 15 Minuten Kundalini-Meditations-Klängen von der CD, mit anschliessenden 15 Minuten Ausklingen und Nachspüren, haben die Teilnehmer und wir unsere Körper sich schütteln lassen.
Die Übung kann von den Gedanken wegbringen und den Körper entspannen und auch energetisieren. So auch die Erfahrungsberichte nach der Übung.
Nach dem Erfahrungsaustausch hat jeder Einzelne berichtet, was in den letzten Tagen aufgetaucht ist bzw. ansteht.
Das Spektrum reichte hier von der Hoffnung auf Beendigung/Verkürzung der Sicherungsverwahrung, der Feststellung, doch immer wieder primär in die Gedanken zu gehen, bis hin zum Ausblenden unangenehmer Gefühle, bzw. dem was jetzt auftaucht, indem sich auf die "Kuckuckswolke 7" zurückgezogen wird.
Und doch ist da auch die tiefe Sehnsucht nach Stille. Nach innerer Freiheit.
Anschliessend haben wir nochmals die Bedeutung der Bewusstheitsübung unterstrichen, die wir verstärkt anleiten und durchführen wollen. Und dabei auch die Position des Begleiters als sog. "spiritueller Freund". Der spirituelle Freund, diese Haltung, wo keine Bewertungen und Erwartungen da sind und keine eigenen Vorstellungen oder Absichten. Wenn jemand in dieser Haltung ist scheint die wahre Natur des Menschen durch: Liebe, Leere und Bewusstsein.
Die Bewusstheitsübung beginnt mit der schlichten Frage: "Wessen bist du dir jetzt bewusst?" Oder abgewandelt: "Was fühlst oder erfährst du gerade?"
Und dann antwortet der andere mit seiner Wahrnehmung, die gerade da ist. Und dann wiederholst du die Antwort genau mit denselben Worten. Und dann fügst du etwas Neues an: „du kannst dir auch .... bewusst sein.“ Abschliessend fügst du immer den gleichen Satz an: „und das kann dir helfen tiefer zu fallen“. So kannst du dein Gegenüber darin unterstützen, diese innere Reise zu machen, tiefer zu sich zu finden.
Diese Basisübung, die anfängt mit der Frage „Wessen bist du dir bewusst“, ist auch eine Trance-Induktion und das wichtigste Instrument auf dem Weg zur inneren Freiheit.
Du kannst sie benutzen, um für dich selber oder für den Menschen, mit dem du arbeitest oder den du unterstützt oder begleitest, zu helfen, dieses Zwischenreich, diesen Trancezustand, diesen hypnotischen Zustand aufzusuchen, um auf den verschiedenen Ebenen zu arbeiten. Und du kannst sogar unmittelbar aufwachen.
Nach dem Wechsel zur gegenseitigen Unterstützung und einem kurzen Erfahrungsaustausch war die Zeit leider schon wieder verstrichen.
Es gibt noch die Idee, einen/mehrere Beitrag der teilnehmenden Häftlinge im O-Ton an dieser Stelle zu veröffentlichen . . .
Und demnächst wird es nach Freigabe den ersten Filmtrailer über das Projekt und die Arbeit geben.
Rainer
Freitag, 25. Juni 2010
Alles tun, die Gefühle nicht fühlen zu wollen, darf aufhören
Was mir zunächst auffiel war, dass die Teilnehmer neben sich Ramana-Kärtchen liegen hatten. Offensichtlich benutzten sie diese Karten mit Zitaten oder Sprüchen des Weisen vom Berg Arunachala.
Aber bevor wir darauf eingingen bat ich darum die Augen zu schliessen, Anspannung abfliessen zu lassen und aufmerksam zu sein welches Gefühl gerade da ist ode welche Stimmung.
Die Teilnehmer sollten dann einen eigenen Ton finden, der zu dem Gefühl bzw. der Stimmung passt und tönen.
Dann bat ich sie aufzustehen und ohne Unterbrechung weiter zu tönen.
Jetzt sollte der Körper Bewegungen machen dürfen, wie er wollte. Ganz von allein. Ohne ein beeinflussen, ohne ein machen.
Nach ca. 25 Minuten sollten die Töne und Bewegungen ausklingen und auf dem Sitzplatz nachgespürt werden.
Die Ramana-Kärtchen werden täglich benutzt. Entweder gleich beim aufstehen oder sogar mehrmals unter Tage. Und wie die Aussagen darauf stimmen und die aktuelle Lebenssituation - auch den Nerv - treffen wird ausgeführt. Mir wird dazu von viel überrascht sein und von Berührtheit berichtet.
Auch, dass die Teilnehmer die Arbeit, die sie hier machen überhaupt nicht mehr missen wollen. Es ist zu einem sehr wichtigen Teil ihres Lebens geworden.
Für mich ist es dabei schön zu sehen, wie lebendig die Männer bereits geworden sind. Wie die Augen leuchten, sie mit ihren Gefühlen ringen und wie so "banale" Dinge geschehen, dass sich bei dem Einen die Aussprache immer mehr verbessert und er immer weniger nuschelt. Wie er sich zeigt und [verstehbar] ausspricht was ihn bewegt. Nicht mehr alle für zu "dumm" hält mit ihnen zu sprechen.
Dann wurde folgende 2-er Übung gemacht.
Der spirituelle Freund, diese Haltung, wo keine Bewertungen und Erwartungen da sind und keine eigenen Vorstellungen, stellt immer wieder die Frage:
"Was tust du um deine Gefühle nicht zu fühlen?"
Nach jeder Antwort kommt ein "Danke" und die gleiche Frage wird weiter gestellt. So ca. 7 Minuten und dann erfolgt der Wechsel.
Jeweils nach dem Ende des ersten und des zweiten Durchganges bat ich die Teilnehmer die Augen zu schliessen oder geschlossen zu halten.
"Wie wäre das, wenn alles tun, um die Gefühle nicht zu fühlen, jetzt aufhören würde? Ganz wirklich aufhören würde. Was ist dann?"
Wir haben dann die Erfahrungen der Übung ausgetauscht und die Teilnehmer haben nochmals bekräftig, wie sehr sie sich ein nächstes Wochenendseminar wünschen.
Wegen des Deutschlandspiels anlässlich der Fussball-WM haben wir eine halbe Stunde eher Schluss gemacht :-)
Rainer
Aber bevor wir darauf eingingen bat ich darum die Augen zu schliessen, Anspannung abfliessen zu lassen und aufmerksam zu sein welches Gefühl gerade da ist ode welche Stimmung.
Die Teilnehmer sollten dann einen eigenen Ton finden, der zu dem Gefühl bzw. der Stimmung passt und tönen.
Dann bat ich sie aufzustehen und ohne Unterbrechung weiter zu tönen.
Jetzt sollte der Körper Bewegungen machen dürfen, wie er wollte. Ganz von allein. Ohne ein beeinflussen, ohne ein machen.
Nach ca. 25 Minuten sollten die Töne und Bewegungen ausklingen und auf dem Sitzplatz nachgespürt werden.
Die Ramana-Kärtchen werden täglich benutzt. Entweder gleich beim aufstehen oder sogar mehrmals unter Tage. Und wie die Aussagen darauf stimmen und die aktuelle Lebenssituation - auch den Nerv - treffen wird ausgeführt. Mir wird dazu von viel überrascht sein und von Berührtheit berichtet.
Auch, dass die Teilnehmer die Arbeit, die sie hier machen überhaupt nicht mehr missen wollen. Es ist zu einem sehr wichtigen Teil ihres Lebens geworden.
Für mich ist es dabei schön zu sehen, wie lebendig die Männer bereits geworden sind. Wie die Augen leuchten, sie mit ihren Gefühlen ringen und wie so "banale" Dinge geschehen, dass sich bei dem Einen die Aussprache immer mehr verbessert und er immer weniger nuschelt. Wie er sich zeigt und [verstehbar] ausspricht was ihn bewegt. Nicht mehr alle für zu "dumm" hält mit ihnen zu sprechen.
Dann wurde folgende 2-er Übung gemacht.
Der spirituelle Freund, diese Haltung, wo keine Bewertungen und Erwartungen da sind und keine eigenen Vorstellungen, stellt immer wieder die Frage:
"Was tust du um deine Gefühle nicht zu fühlen?"
Nach jeder Antwort kommt ein "Danke" und die gleiche Frage wird weiter gestellt. So ca. 7 Minuten und dann erfolgt der Wechsel.
Jeweils nach dem Ende des ersten und des zweiten Durchganges bat ich die Teilnehmer die Augen zu schliessen oder geschlossen zu halten.
"Wie wäre das, wenn alles tun, um die Gefühle nicht zu fühlen, jetzt aufhören würde? Ganz wirklich aufhören würde. Was ist dann?"
Wir haben dann die Erfahrungen der Übung ausgetauscht und die Teilnehmer haben nochmals bekräftig, wie sehr sie sich ein nächstes Wochenendseminar wünschen.
Wegen des Deutschlandspiels anlässlich der Fussball-WM haben wir eine halbe Stunde eher Schluss gemacht :-)
Rainer
Freitag, 18. Juni 2010
Der Stoß ins Sein
Keine Einleitung, keine Körperbewusstheitsübung. Einer der Männer kam heute gleich zu dem was ihn in den letzten Tagen beschäftigt hatte.
Viele Männer hier machen sich über das lustig was wir hier machen. Sogar die Sozialarbeiter.
Einige Männer kommen auch nicht mehr in die Gruppe weil es anstrengend für sie ist. Dabei ist es nur anstrengend die Gefühle zurückzuhalten, anstrengend sich zu verstecken, anstrengend eine Rolle zu spielen.
Es ist genau wie du es gerade gesagt hast meint M. und berichtet über seinen Zusammenbruch vom Dienstag.
Ich habe versucht meine Rolle zu spielen und es ging nicht mehr. Ich bin zusammengeklappt wie ein Klappmesser war völlig fertig. Ich konnte mich nur noch meinem Schmerz und dem Weinen hingeben.
So forderte ich M. auf den Satz - Ich kann nicht mehr- in sich wirken zu lassen. Und plötzlich stimmten die anderen Teilnehmer gleich mit ein in dieses - Ich kann nicht mehr- Wie ein Chor der verzweifelten Seelen.
Angespannte Männer die sich nicht trauen ihren Gefühlen Raum zu geben obwohl diese da sind.
Das macht zusätzlichen Schmerz. M. ist so angespannt das er sich dem Gefühl nicht hingeben kann. So begannen wir gleich mit Körperarbeit um die große Anspannung im Körper etwas zu lösen. Und gingen zum Tönen über um auch mit einem Ton in die Anspannung oder das Gefühl hinein zu schmelzen um dann wirklich in das Fühlen zu kommen. Was den Männern wirklich hilft große Anspannung loszulassen. So konnte er dann seine Angst und den Schmerz fühlen.
Dann zeigt B uns seine Ramana-Karte die er vor ein paar Tagen gezogen hat:
"Jede Empfindung die ich voll und ganz zulasse versetzt mir einen Stoß ins Sein."
Und meint dazu:
„Ich bin fast vom Glauben abgefallen als ich das gelesen hab, es passt gerade ganz genau zu meiner Situation in der ich mich befinde." Die Männer sind dankbar für diese Stunden und unsere Arbeit. Sie können sich mehr und mehr ihren Gefühlen hingeben auch wenn manche Situation ausweglos erscheint. Und so schließen wir unser heutiges Treffen mit einer Trance ab in der es keine Vergangenheit und keine Zukunft gibt. So kann der Lärm der Gedanken abklingen und sich die Stille ausbreiten.
Thilo
Viele Männer hier machen sich über das lustig was wir hier machen. Sogar die Sozialarbeiter.
Einige Männer kommen auch nicht mehr in die Gruppe weil es anstrengend für sie ist. Dabei ist es nur anstrengend die Gefühle zurückzuhalten, anstrengend sich zu verstecken, anstrengend eine Rolle zu spielen.
Es ist genau wie du es gerade gesagt hast meint M. und berichtet über seinen Zusammenbruch vom Dienstag.
Ich habe versucht meine Rolle zu spielen und es ging nicht mehr. Ich bin zusammengeklappt wie ein Klappmesser war völlig fertig. Ich konnte mich nur noch meinem Schmerz und dem Weinen hingeben.
So forderte ich M. auf den Satz - Ich kann nicht mehr- in sich wirken zu lassen. Und plötzlich stimmten die anderen Teilnehmer gleich mit ein in dieses - Ich kann nicht mehr- Wie ein Chor der verzweifelten Seelen.
Angespannte Männer die sich nicht trauen ihren Gefühlen Raum zu geben obwohl diese da sind.
Das macht zusätzlichen Schmerz. M. ist so angespannt das er sich dem Gefühl nicht hingeben kann. So begannen wir gleich mit Körperarbeit um die große Anspannung im Körper etwas zu lösen. Und gingen zum Tönen über um auch mit einem Ton in die Anspannung oder das Gefühl hinein zu schmelzen um dann wirklich in das Fühlen zu kommen. Was den Männern wirklich hilft große Anspannung loszulassen. So konnte er dann seine Angst und den Schmerz fühlen.
Dann zeigt B uns seine Ramana-Karte die er vor ein paar Tagen gezogen hat:
"Jede Empfindung die ich voll und ganz zulasse versetzt mir einen Stoß ins Sein."
Und meint dazu:
„Ich bin fast vom Glauben abgefallen als ich das gelesen hab, es passt gerade ganz genau zu meiner Situation in der ich mich befinde." Die Männer sind dankbar für diese Stunden und unsere Arbeit. Sie können sich mehr und mehr ihren Gefühlen hingeben auch wenn manche Situation ausweglos erscheint. Und so schließen wir unser heutiges Treffen mit einer Trance ab in der es keine Vergangenheit und keine Zukunft gibt. So kann der Lärm der Gedanken abklingen und sich die Stille ausbreiten.
Thilo
Donnerstag, 10. Juni 2010
Unter der Wut ist Schmerz
Gestern, Mittwoch, den 9. Juni 2010, hatten wir uns bereits für 15.00 Uhr zum Austausch mit Herrn Feelgood, dem Leiter der Sozialtherapeutischen Abteilung verabredet. Neben der Statusabstimmung ging es auch darum, dass Gespräch für den Dokumentarfilm aufzunehmen.
Herr Feelgood berichtete von seinen Gesprächen mit unseren aktuellen Teilnehmern, bzw. auch von Teilnehmern, die inzwischen weggeblieben sind. Auch wenn er gerade keinen aktuellen Stand hat [den haben die betreuenden Therapeuten] wusste er doch einzelne kleinere Veränderungen zu berichten.
Interessant war auch, wie sich unsere Arbeit über die Gedanken, Gefühle und Erfahrungen mit der Therapie ergänzt. Daraus u. a. die Möglichkeiten zur Impulskontrolle, wo angehalten werden kann.
Gut ist, dass wir das Vertrauen der Teilnehmer haben und ihnen praktische Instrumente [Übungen] an die Hand geben, mit denen sie auch für sich selbst arbeiten können.
Aufgrund der sehr guten Erfahrungen mit dem ersten Wochenend-Seminar im Mai ist sowohl auf seiner Seite als auch bei uns das Interesse gross, sobald als möglich das nächste Seminar durchzuführen.
Dann ging es gemeinsam mit dem Filmteam weiter zu unserem Seminarraum.
Zum Einstieg habe ich eine Trance angeleitet, wo der Einzelne sich vor sich auf einer Bühne sehen soll und sein ganzes Leben vor ihm ablaufen lässt. Wie in einem Film/Bühnenstück. Vom Baby über die Kindergartenzeit, zum Kind, der Einschulung, Schule, Ausbildung, Beruf, Familie, Freundschaften und verliebt sein, bis zur eigenen Familiengründung, der Tat und dem Heute.
Daran anschliessend haben wir uns über die Erfahrungen und Eindrücke ausgetauscht.
Der erste Teilnehmer, der berichtete, konnte erstmals gut seine Wut fühlen. Und auch die Kraft und Energie, die damit einhergeht.
Er sagte: "Die Wut geht weit über ihn, über den Körper, hinaus und er hat Angst, dass sie alles zerstören könnte. Jetzt ist er aber froh, dass er sie zulassen und fühlen kann. Der ganze Körper strömt."
Dann, im immer weiteren tieferen annehmen blieben Erfahrungen - unter den Gefühlen - von Frieden und Freiheit übrig.
Der Zweite war zeitlich etwas später gekommen und konnte so nur einen Teil der Trance mitmachen. Als 'roten Faden' konnte er für sich erkennen, dass er in seinem ganzen Leben immer Glück hatte und glücklich war. Damit war das Gefühl von Freude und Glückseligkeit verbunden.
Bis auf den einen Zeitpunkt der Tat . . .
Der Dritte Teilnehmer konnte Garnichts auf der Bühne sehen. Alles war grau. Da waren nur die Gefühle von Wut und Schmerz. Und zum ersten Mal auch ganz offen Tränen.
Tränen, von denen es heisst, sie seien das Schmelzwasser der Seele.
Bei alledem die Geschichte, dass es mit dem Ende seiner Haftzeit [7 Jahre] vielleicht nicht klappt, obwohl er doch alles dafür getan hat und tut. Und trotz der Geschichte und der dadurch hervorgerufenen Wut war er dann bereit, dass alles zu fühlen und es anzunehmen.
An diesen Erfahrungstausch haben wir dann eine neue Variante der Körperarbeit angeschlossen. Den sog. "Schmelzatem"
Hierbei atmet Derjenige, der begleitet wird, bewusst zu einer Stelle im Körper, wo er eine Verspannung spürt. Mit dem Einatmen löst er die Anspannung und atmet anschliessend das so Gelöste aus. D. h., bei dieser Art von Atemübung entspannt der Körper zweimal. Einmal beim Einatmen und dann beim Ausatmen.
Der Begleiter ist wieder in der Haltung des 'Spirituellen FreundesIN' der nichts will, keine Erwartungen, keine Bewertungen und keine eigenen Ideen hat. Dadurch taucht Liebe auf. Er nimmt zuerst freundlich und vorsichtig Körperkontakt durch einfache Berührung mit den Händen auf und drückt dann mit einem Finger oder mehreren Fingern / Fingerknöcheln in die Körperstelle, wo eine Anspannung ist. Dabei macht die Arbeit Derjenige, der begleitet wird. Quasi von innen heraus. Und so verweilt man ca. 2 Minuten an einer Stelle und wandert dann weiter. Dabei soll sich der Spirituelle Freund nicht anstrengen sondern ganz entspannt dasitzen.
Derjenige, der arbeitet, soll möglichst bis an die Schmerzgrenze gehen, aber nicht darüber hinaus. Allerdings auch nicht darunter. Und dann mit dem Atem in den Schmerz hinein schmelzen. Das macht die Haltung, die nötig ist, um sich hinzugeben, alles anzunehmen. Darüber hinaus wird die Durchlässigkeit des Körpers verbessert und die Gefühle können besser fliessen.
Nach einer Abschlussrunde haben wir uns bis zur nächsten Woche verabschiedet.
Rainer
Herr Feelgood berichtete von seinen Gesprächen mit unseren aktuellen Teilnehmern, bzw. auch von Teilnehmern, die inzwischen weggeblieben sind. Auch wenn er gerade keinen aktuellen Stand hat [den haben die betreuenden Therapeuten] wusste er doch einzelne kleinere Veränderungen zu berichten.
Interessant war auch, wie sich unsere Arbeit über die Gedanken, Gefühle und Erfahrungen mit der Therapie ergänzt. Daraus u. a. die Möglichkeiten zur Impulskontrolle, wo angehalten werden kann.
Gut ist, dass wir das Vertrauen der Teilnehmer haben und ihnen praktische Instrumente [Übungen] an die Hand geben, mit denen sie auch für sich selbst arbeiten können.
Aufgrund der sehr guten Erfahrungen mit dem ersten Wochenend-Seminar im Mai ist sowohl auf seiner Seite als auch bei uns das Interesse gross, sobald als möglich das nächste Seminar durchzuführen.
Dann ging es gemeinsam mit dem Filmteam weiter zu unserem Seminarraum.
Zum Einstieg habe ich eine Trance angeleitet, wo der Einzelne sich vor sich auf einer Bühne sehen soll und sein ganzes Leben vor ihm ablaufen lässt. Wie in einem Film/Bühnenstück. Vom Baby über die Kindergartenzeit, zum Kind, der Einschulung, Schule, Ausbildung, Beruf, Familie, Freundschaften und verliebt sein, bis zur eigenen Familiengründung, der Tat und dem Heute.
Daran anschliessend haben wir uns über die Erfahrungen und Eindrücke ausgetauscht.
Der erste Teilnehmer, der berichtete, konnte erstmals gut seine Wut fühlen. Und auch die Kraft und Energie, die damit einhergeht.
Er sagte: "Die Wut geht weit über ihn, über den Körper, hinaus und er hat Angst, dass sie alles zerstören könnte. Jetzt ist er aber froh, dass er sie zulassen und fühlen kann. Der ganze Körper strömt."
Dann, im immer weiteren tieferen annehmen blieben Erfahrungen - unter den Gefühlen - von Frieden und Freiheit übrig.
Der Zweite war zeitlich etwas später gekommen und konnte so nur einen Teil der Trance mitmachen. Als 'roten Faden' konnte er für sich erkennen, dass er in seinem ganzen Leben immer Glück hatte und glücklich war. Damit war das Gefühl von Freude und Glückseligkeit verbunden.
Bis auf den einen Zeitpunkt der Tat . . .
Der Dritte Teilnehmer konnte Garnichts auf der Bühne sehen. Alles war grau. Da waren nur die Gefühle von Wut und Schmerz. Und zum ersten Mal auch ganz offen Tränen.
Tränen, von denen es heisst, sie seien das Schmelzwasser der Seele.
Bei alledem die Geschichte, dass es mit dem Ende seiner Haftzeit [7 Jahre] vielleicht nicht klappt, obwohl er doch alles dafür getan hat und tut. Und trotz der Geschichte und der dadurch hervorgerufenen Wut war er dann bereit, dass alles zu fühlen und es anzunehmen.
An diesen Erfahrungstausch haben wir dann eine neue Variante der Körperarbeit angeschlossen. Den sog. "Schmelzatem"
Hierbei atmet Derjenige, der begleitet wird, bewusst zu einer Stelle im Körper, wo er eine Verspannung spürt. Mit dem Einatmen löst er die Anspannung und atmet anschliessend das so Gelöste aus. D. h., bei dieser Art von Atemübung entspannt der Körper zweimal. Einmal beim Einatmen und dann beim Ausatmen.
Der Begleiter ist wieder in der Haltung des 'Spirituellen FreundesIN' der nichts will, keine Erwartungen, keine Bewertungen und keine eigenen Ideen hat. Dadurch taucht Liebe auf. Er nimmt zuerst freundlich und vorsichtig Körperkontakt durch einfache Berührung mit den Händen auf und drückt dann mit einem Finger oder mehreren Fingern / Fingerknöcheln in die Körperstelle, wo eine Anspannung ist. Dabei macht die Arbeit Derjenige, der begleitet wird. Quasi von innen heraus. Und so verweilt man ca. 2 Minuten an einer Stelle und wandert dann weiter. Dabei soll sich der Spirituelle Freund nicht anstrengen sondern ganz entspannt dasitzen.
Derjenige, der arbeitet, soll möglichst bis an die Schmerzgrenze gehen, aber nicht darüber hinaus. Allerdings auch nicht darunter. Und dann mit dem Atem in den Schmerz hinein schmelzen. Das macht die Haltung, die nötig ist, um sich hinzugeben, alles anzunehmen. Darüber hinaus wird die Durchlässigkeit des Körpers verbessert und die Gefühle können besser fliessen.
Nach einer Abschlussrunde haben wir uns bis zur nächsten Woche verabschiedet.
Rainer
Donnerstag, 3. Juni 2010
Wirkliche spirituelle Arbeit heisst nicht "es soll mir gut gehen"
Gestern, am 02.06.10, haben wir eine Stunde früher begonnen. Und zwar auf Wunsch der Häftlinge um gemeinsam Yoga zu machen.
Die Bedeutung und die Wirkung des Yogas waren noch vom Wochenendseminar Anfang Mai in Erinnerung und daraus auch der Wunsch, sich immer wieder einmal gemeinsam dazu zu verabreden. Thilo hat diverse Übungen angeleitet, wie sie auch in Schriftform an die Häftlinge übergeben worden waren, sodass diese jederzeit und für sich die Übungen machen können. Alleine oder mit anderen.
Nach der anschliessenden Trance, wo es u. a. darum ging, noch einmal genau zu erforschen, was will ich, ergab es sich, dass jeder sich einzeln führen lassen wollte.
Der erste Teilnehmer hing immer noch an dem Satz: "Es durfte so sein wie es war." Er konnte den Satz nicht wirklich annehmen. Was er dazu allerdings deutlich fühlen konnte war sehr viel Wut. Und im Dialog wurde klar, dass es ansatzweise von ihm doch falsch interpretiert worden war. Nämlich wie eine Art Entschuldigung an die Opfer oder sich selbst gegenüber. Das meint der Satz aber nicht. Vielmehr ist damit gemeint, dass es bereits geschehen ist und, dass es zum damaligen Zeitpunkt nicht besser gewusst worden war.
Der zweite Teilnehmer hatte sein bestes 'Sonnenscheinlächeln' aufgesetzt. Natürlich gab es auch einen schönen Grund, nämlich den ersten Freigang über einen ganzen Tag zur Familie. Nach über 5 Jahren.
Dazu auch noch die 'schöne' Arbeit, wo man alleine für sich ist und ganz wegtaucht. Und wie so oft war alles "gut"
Kein Ärger, keine Traurigkeit, kein Schmerz. "Ich habe das gelassen - brauche es nicht mehr" Doch im Gesicht, am Kinn und am Hals, da war die Anspannung und der Ärger ganz deutlich zu sehen.
Und im weiteren Gespräch wurde deutlich, wie rasend schnell die Gedanken dahin galoppieren und jedes Fühlen in den Hintergrund wegdrängen. Praktisch nach jedem Wort, dem vermutlich eine viel grössere Fülle an Gedanken vorausging und noch folgte, war eine bewusste Pause sehr entspannend und ermöglichte ein wenig den Kontakt zu den Gefühlen.
Die vorher beschriebene Erfahrung, bei der Arbeit in sich zu versinken, klang ganz nach einem Flow-Erlebnis. Das ist auch ganz schön und ok, hat aber mit der wirklichen spirituellen Arbeit, der inneren Freiheit, dem Aufwachen nichts zu tun!
Hier geht es vielmehr darum alles auftauchen zu lassen wie es kommt und anzunehmen. Zu fühlen. Ganz ohne Gedanken, ohne Geschichte. Das andere ist wie neue Tapeten im 'Gefängnis'. Aber tatsächlich kannst du das 'Gefängnis' ganz verlassen.
Und damit waren die Fragen wieder im Raum:
"Was willst du? Was ist dir wirklich wichtig? Warum bist du hier?"
Mit diesen Fragestellungen ging es dann auch noch kurz zu dem dritten Teilnehmer. Dessen Ärger und die Wut über den Umgang mit ihm wurden gleich mal auf die Anderen/die Therapeuten im Knast abgeschoben. Über deren nach seiner Meinung falsche Einschätzen und Bewerten seiner Person. Und gleich wünscht er sich dien nächste Bewertung. Von Thilo und mir . . .
Wie viel wertvoller war es doch da, wenn er sich wie bereits bei dem letzten Besuch und Gespräch mit Nine in seiner Berührtheit und mit seiner Sehnsucht zeigt. Wunderschön.
Also lautet die Hausaufgabe an ihn; Ich folge meiner Sehnsucht.
Alles Liebe
Rainer
Die Bedeutung und die Wirkung des Yogas waren noch vom Wochenendseminar Anfang Mai in Erinnerung und daraus auch der Wunsch, sich immer wieder einmal gemeinsam dazu zu verabreden. Thilo hat diverse Übungen angeleitet, wie sie auch in Schriftform an die Häftlinge übergeben worden waren, sodass diese jederzeit und für sich die Übungen machen können. Alleine oder mit anderen.
Nach der anschliessenden Trance, wo es u. a. darum ging, noch einmal genau zu erforschen, was will ich, ergab es sich, dass jeder sich einzeln führen lassen wollte.
Der erste Teilnehmer hing immer noch an dem Satz: "Es durfte so sein wie es war." Er konnte den Satz nicht wirklich annehmen. Was er dazu allerdings deutlich fühlen konnte war sehr viel Wut. Und im Dialog wurde klar, dass es ansatzweise von ihm doch falsch interpretiert worden war. Nämlich wie eine Art Entschuldigung an die Opfer oder sich selbst gegenüber. Das meint der Satz aber nicht. Vielmehr ist damit gemeint, dass es bereits geschehen ist und, dass es zum damaligen Zeitpunkt nicht besser gewusst worden war.
Der zweite Teilnehmer hatte sein bestes 'Sonnenscheinlächeln' aufgesetzt. Natürlich gab es auch einen schönen Grund, nämlich den ersten Freigang über einen ganzen Tag zur Familie. Nach über 5 Jahren.
Dazu auch noch die 'schöne' Arbeit, wo man alleine für sich ist und ganz wegtaucht. Und wie so oft war alles "gut"
Kein Ärger, keine Traurigkeit, kein Schmerz. "Ich habe das gelassen - brauche es nicht mehr" Doch im Gesicht, am Kinn und am Hals, da war die Anspannung und der Ärger ganz deutlich zu sehen.
Und im weiteren Gespräch wurde deutlich, wie rasend schnell die Gedanken dahin galoppieren und jedes Fühlen in den Hintergrund wegdrängen. Praktisch nach jedem Wort, dem vermutlich eine viel grössere Fülle an Gedanken vorausging und noch folgte, war eine bewusste Pause sehr entspannend und ermöglichte ein wenig den Kontakt zu den Gefühlen.
Die vorher beschriebene Erfahrung, bei der Arbeit in sich zu versinken, klang ganz nach einem Flow-Erlebnis. Das ist auch ganz schön und ok, hat aber mit der wirklichen spirituellen Arbeit, der inneren Freiheit, dem Aufwachen nichts zu tun!
Hier geht es vielmehr darum alles auftauchen zu lassen wie es kommt und anzunehmen. Zu fühlen. Ganz ohne Gedanken, ohne Geschichte. Das andere ist wie neue Tapeten im 'Gefängnis'. Aber tatsächlich kannst du das 'Gefängnis' ganz verlassen.
Und damit waren die Fragen wieder im Raum:
"Was willst du? Was ist dir wirklich wichtig? Warum bist du hier?"
Mit diesen Fragestellungen ging es dann auch noch kurz zu dem dritten Teilnehmer. Dessen Ärger und die Wut über den Umgang mit ihm wurden gleich mal auf die Anderen/die Therapeuten im Knast abgeschoben. Über deren nach seiner Meinung falsche Einschätzen und Bewerten seiner Person. Und gleich wünscht er sich dien nächste Bewertung. Von Thilo und mir . . .
Wie viel wertvoller war es doch da, wenn er sich wie bereits bei dem letzten Besuch und Gespräch mit Nine in seiner Berührtheit und mit seiner Sehnsucht zeigt. Wunderschön.
Also lautet die Hausaufgabe an ihn; Ich folge meiner Sehnsucht.
Alles Liebe
Rainer
Samstag, 22. Mai 2010
Das "Geschenk" eingesperrt zu sein
Mittwoch, 19.05.2010
"Atme mit einem Ton 2 - 3 mal aus und spüre deinen Körper - spüre wie sich Anspannung lösen kann. Und dabei kannst du einmal diesen Raum zwischen zwei Gedanken aufsuchen und erforschen. Am Ende eines Gedanken, bevor der Neue beginnt. Dort, wo es weder Zeit noch Raum gibt. Hier und jetzt. In diesem gegenwärtigen Augenblick."
So war ein Teil der Eingangsmeditation.
Beim anschliessenden Austausch über die gemachten Erfahrungen wurde deutlich, wie unkontrollierbar und wie schnell die Gedanken sind. Tatsächlich ist Millimeter für Millimeter zu erforschen um zu erkennen, dass du anhalten kannst. Den Impulsen aus Gedanken, inneren Bildern, Empfindungen und Gefühlen nicht zwanghaft zu folgen brauchst.
Für Thilo und mich ist es wunderschön zu erfahren, wie die Teilnehmer sich immer weiter öffnen. Immer mehr vertrauen.
Die Berichte von Nine, die ab und an von unserer Seite aus mit dabei ist, beschäftigen die Häftlinge sehr.
Das jemand trotz dieses Schicksales so liebevoll ausstrahlt und ein weiches Lächeln trägt. So ein Lächeln würden sie auch gerne haben.
Für uns wäre es das schönste Geschenk, wenn die Häftlinge hier in der vermeintlichen 'Unfreiheit' die innere Freiheit finden. Die Freiheit, die gänzlich unberührt ist von äusseren Umständen. Und wenn sie dann nach Beendigung ihrer Haftzeit wieder draussen sind, in dieser vermeintlichen 'Freiheit' und feststellen könnten, dass es keinen Unterschied gibt.
Das aus unserer Sicht die Bedingungen einer Haft sehr hilfreich sein können, sich mehr und mehr der inneren Freiheit zuzuwenden, dass wollten die Häftlinge erst nicht so wirklich annehmen.
Aber im Knast wird die äussere Unfreiheit Tag für Tag deutlicher erfahren, als dies vielleicht draussen möglich ist. Wo Lärm und Ablenkungen allgegenwärtig sind. Und im Knast wird man mehr auf sich selbst zurückgeworfen. Ist mit sich und seinen Geschichten alleine und kann tatsächlich nicht weglaufen.
Draussen, da wird die Ehefrau oder der Ehemann gewechselt oder die Stadt oder der Job oder das Auto oder was auch immer.
Hier im Knast geht das nicht!
Und so kann man das tatsächlich als ein Geschenk verstehen, die Zeit zu nutzen und aufzuwachen.
Bis nächsten Mittwoch
Rainer
"Atme mit einem Ton 2 - 3 mal aus und spüre deinen Körper - spüre wie sich Anspannung lösen kann. Und dabei kannst du einmal diesen Raum zwischen zwei Gedanken aufsuchen und erforschen. Am Ende eines Gedanken, bevor der Neue beginnt. Dort, wo es weder Zeit noch Raum gibt. Hier und jetzt. In diesem gegenwärtigen Augenblick."
So war ein Teil der Eingangsmeditation.
Beim anschliessenden Austausch über die gemachten Erfahrungen wurde deutlich, wie unkontrollierbar und wie schnell die Gedanken sind. Tatsächlich ist Millimeter für Millimeter zu erforschen um zu erkennen, dass du anhalten kannst. Den Impulsen aus Gedanken, inneren Bildern, Empfindungen und Gefühlen nicht zwanghaft zu folgen brauchst.
Für Thilo und mich ist es wunderschön zu erfahren, wie die Teilnehmer sich immer weiter öffnen. Immer mehr vertrauen.
Die Berichte von Nine, die ab und an von unserer Seite aus mit dabei ist, beschäftigen die Häftlinge sehr.
Das jemand trotz dieses Schicksales so liebevoll ausstrahlt und ein weiches Lächeln trägt. So ein Lächeln würden sie auch gerne haben.
Für uns wäre es das schönste Geschenk, wenn die Häftlinge hier in der vermeintlichen 'Unfreiheit' die innere Freiheit finden. Die Freiheit, die gänzlich unberührt ist von äusseren Umständen. Und wenn sie dann nach Beendigung ihrer Haftzeit wieder draussen sind, in dieser vermeintlichen 'Freiheit' und feststellen könnten, dass es keinen Unterschied gibt.
Das aus unserer Sicht die Bedingungen einer Haft sehr hilfreich sein können, sich mehr und mehr der inneren Freiheit zuzuwenden, dass wollten die Häftlinge erst nicht so wirklich annehmen.
Aber im Knast wird die äussere Unfreiheit Tag für Tag deutlicher erfahren, als dies vielleicht draussen möglich ist. Wo Lärm und Ablenkungen allgegenwärtig sind. Und im Knast wird man mehr auf sich selbst zurückgeworfen. Ist mit sich und seinen Geschichten alleine und kann tatsächlich nicht weglaufen.
Draussen, da wird die Ehefrau oder der Ehemann gewechselt oder die Stadt oder der Job oder das Auto oder was auch immer.
Hier im Knast geht das nicht!
Und so kann man das tatsächlich als ein Geschenk verstehen, die Zeit zu nutzen und aufzuwachen.
Bis nächsten Mittwoch
Rainer
Samstag, 8. Mai 2010
Nicht mein Wille geschehe . . .
Heute, am 7.5.2010, beginnt unser 1. Projektwochenende im Knast. Zum ersten Mal werden wir von Freitag bis Sonntag mit den Häftlingen in der JVA arbeiten.
Wir sind immer wieder aufs Neue überrascht, dass uns die Leitung der Sozialtherapeutischen Abteilung so gut unterstützt!!
Und das ganze Filmteam mit Regisseurin, Kamera- und Tonmann ist auch dabei. In ein paar Wochen soll es einen ersten Trailer geben - juhuu.
Freitag, 7.5.2010
In die Körpertrance baut Thilo auch den sog. Schmelzatem ein.
Dabei atmest du in der Vorstellung zu einer Verspannung im Körper, löst die Anspannung mit dem Atem auf und atmest das so Aufgelöste aus.
D. h., du entspannst 2 x. Einmal beim Einatmen und dann beim Ausatmen.
Dann sollten die Teilnehmer aufstehen, einen guten Platz für sich finden und den Körperbewegungen nachgeben. Dadurch, dass der Körper losgelassen wird kann sich viel Anspannung auflösen und können Gefühle und Erfahrungen besser auftauchen.
Und siehe da. Unser Teilnehmer, der bisher 'hartnäckig' daran festgehalten hatte, immer seine Sandalen anzubehalten, hatte diese plötzlich ausgezogen. Auch das kann helfen über die Fußsohlen besser im Kontakt zum Untergrund zu sein und die Körperschwingungen noch besser wahrzunehmen.
Anschliessend haben wir nochmals über die authentischen Gefühle gesprochen. Hier unterscheidet sich unsere Arbeit zu Ansätzen in der Therapie, da bei uns jedes Gefühl, Alles, auftauchen darf und soll. Wir lassen den Gefühlen freien Lauf, ohne sie auszuagieren. Bei der Therapie geht es manchmal darum die Gefühle im Griff zu behalten.
Bei der Reflektion über den Satz/die Haltung
"Es durfte so sein wie es war" berichtete ein Teilnehmer:
"Wenn ich in die Vergangenheit zurück gehe, an das Opfer denke oder einen schlechten Film sehe, wie z. B. "Vermisst", dann weine ich auch Tränen. Dann kommt die Angst, ich halte das nicht aus"
Dazu von uns: "Aber das sind nur Gedanken. Es gibt keine Erfahrung das nicht auszuhalten. Zu explodieren. Dann wärst du jetzt nicht mehr hier."
2-er Übung:
"Wer bist du, wenn du keine Geschichte hast?"
Wechselseitig ist einer der spirituelle Freund, der keine eigenen Ideen oder Erwartungen hat, wie der Andere sein soll oder welche Antworten er gibt. Durch diese Haltung, mit der du nichts als reine Liebe bist, kannst du den Anderen am besten begleiten.
Nach der Pause ermutigte Thilo jeden Teilnehmer eine Frage zu stellen. Dabei stellte ein anderer Teilnehmer heraus, dass er auf keinen Fall angefasst werden möchte. Dass das eine absolute Grenze für ihn ist. "Ich mag kein kuscheln hier".
Ob unsere Erklärungen und Ausführungen zu der Körperarbeit und dem geschützten Raum hier angekommen waren musste der morgige Tag zeigen.
Mit der Programmbeschreibung für den morgigen Samstag ging der 1. Tag zu Ende.
Samstag, 08.05.2010
Obwohl ich rechtzeitig aufgestanden war [06.30 Uhr] habe ich mich mit der S-Bahn Richtung Grünau verfahren. Thilo war ganz schön 'genervt' bis er mich wieder gefunden hatte . . .
Leider war der Teilnehmer, der gestern über seine Grenzen körperlichen Kontaktes und das 'Kuscheln' gesprochen hatte heute nicht mehr dabei. Schade.
Zum ersten Mal wurde unter Anleitung von Thilo Yoga gemacht. Eine ganze Stunde lang. Dazu mussten wir zunächst verdeutlichen, dass es sich hierbei nicht um Sport handelt sondern um Übungen, die die Haltung des Hineinschmelzens fördern.
So gelockert und im Fluss sollte die 2-er Übung:
"Was willst du wirklich?" gemacht werden.
Bei dem anschliessenden Austausch über die einzelnen Erfahrungen oder Fragen habe ich leider den Spruch von Mahatma Gandhi, den ein Teilnehmer zitierte, vergessen.
Allerdings fällt mir dazu ein weiterer seiner Sprüche ein;
Ohne Wahrheit kann es keine Erkenntnis geben
Und dann gab es zum Mittag erstmals für uns 'Knastessen'
Nudelsuppe mit [ein wenig] Hühnerfleisch. Entschädigt wurden wir aber durch den super lecker Kuchen vom Zellengenossen eines Teilnehmers [im früheren 'Leben' Konditor].
Und dann kam`s knüppeldick. Thilo liess die "Golden Cross Meditation"
Du kannst für diesen letzten Wunsch, den Wunsch die Innere Freiheit zufinden, stehen.
Und ich habe auch mitgemacht. Unbeschreiblich. Du stehst eine Stunde mit ausgebreiteten Armen [fast wie am Kreuz] und lässt alles auftauchen. Dazu stehst du einem Anderen mit Augenkontakt gegenüber. Was ich für Gedanken, Schmerzen und Wahrnehmungen hatte kann ich kaum beschreiben. Umso berauschender ist das Gefühl, wenn es vorbei ist, wenn man es geschafft hat.
Nach einer kurzen Pause habe ich dann eine Trance angeleitet: "Gehe in der Erinnerungen in dein schönstes Erlebnis. Mit allen Sinnen - - - was braucht es um das Erlebnis noch schöner werden zu lassen?"
Mit einer abschliessenden Erfahrungsrunde ging´s dann in den Feierabend und zurück nach Berlin.
Sonntag, 0905.2010
Wie bereits gestern, am Samstag, hiess das zunächst wieder um 06.30 Uhr aufstehen. Thilo abholen - diesmal fuhr ich - und weiter die 1 1/2 Stunden nach Brandenburg fahren, damit es pünktlich um 09.00 Uhr losgehen kann.
Das leicht modifizierte Yoga durch Thilo war wieder richtig Klasse.
Natürlich haben wir über die 'Golden Cross Meditation' berichtet.
Aber dann mit einiger Stille im sitzen habe ich das 'Verbundene Atmen' vorgestellt, das wir anschliessend für mindestens 1 Stunde machen würden.
Dabei atmet Derjenige, der begleitet wird so, dass er in der Vorstellung wie auf einem Zifferblatt einer Uhr zwischen 7 und 5 Uhr aus- und einatmet. Also einatmen bis 5/17 Uhr und mit Schwung bis 7/19 Uhr ausatmen. Der Schwung vielleicht so wie auf einer Schaukel. Und dann kann das Ausatmen zunehmen und auf dem 'Ziffernblatt' kann es immer höher gehen, bis Aus- und Einatmen unmittelbar ineinander übergehen. Das Verbundene Atmen. Und alles darf auftauchen.
Nach dem Ausklingen der Übung, ganz besonders mit einem Nachspüren und dem Austausch darüber, gab es nochmal Mittag [pan. Schnitzel mit Kartoffeln, Bohnen mit Speck und Sosse] und dann musste ich mich wegen eines privaten Termines auf den Heimweg machen.
Auf jeden Fall schwingt und wirkt das ganze Wochenende auch in mir stark nach.
Rainer
P. S.: man kann das Projekt auch ohne Geld unterstützen. Wir suchen Jemanden, der die Tonaufnahmen, die wir parallel zum Film machen, transkribiert.
Wär das was für dich?
Wir sind immer wieder aufs Neue überrascht, dass uns die Leitung der Sozialtherapeutischen Abteilung so gut unterstützt!!
Und das ganze Filmteam mit Regisseurin, Kamera- und Tonmann ist auch dabei. In ein paar Wochen soll es einen ersten Trailer geben - juhuu.
Freitag, 7.5.2010
In die Körpertrance baut Thilo auch den sog. Schmelzatem ein.
Dabei atmest du in der Vorstellung zu einer Verspannung im Körper, löst die Anspannung mit dem Atem auf und atmest das so Aufgelöste aus.
D. h., du entspannst 2 x. Einmal beim Einatmen und dann beim Ausatmen.
Dann sollten die Teilnehmer aufstehen, einen guten Platz für sich finden und den Körperbewegungen nachgeben. Dadurch, dass der Körper losgelassen wird kann sich viel Anspannung auflösen und können Gefühle und Erfahrungen besser auftauchen.
Und siehe da. Unser Teilnehmer, der bisher 'hartnäckig' daran festgehalten hatte, immer seine Sandalen anzubehalten, hatte diese plötzlich ausgezogen. Auch das kann helfen über die Fußsohlen besser im Kontakt zum Untergrund zu sein und die Körperschwingungen noch besser wahrzunehmen.
Anschliessend haben wir nochmals über die authentischen Gefühle gesprochen. Hier unterscheidet sich unsere Arbeit zu Ansätzen in der Therapie, da bei uns jedes Gefühl, Alles, auftauchen darf und soll. Wir lassen den Gefühlen freien Lauf, ohne sie auszuagieren. Bei der Therapie geht es manchmal darum die Gefühle im Griff zu behalten.
Bei der Reflektion über den Satz/die Haltung
"Es durfte so sein wie es war" berichtete ein Teilnehmer:
"Wenn ich in die Vergangenheit zurück gehe, an das Opfer denke oder einen schlechten Film sehe, wie z. B. "Vermisst", dann weine ich auch Tränen. Dann kommt die Angst, ich halte das nicht aus"
Dazu von uns: "Aber das sind nur Gedanken. Es gibt keine Erfahrung das nicht auszuhalten. Zu explodieren. Dann wärst du jetzt nicht mehr hier."
2-er Übung:
"Wer bist du, wenn du keine Geschichte hast?"
Wechselseitig ist einer der spirituelle Freund, der keine eigenen Ideen oder Erwartungen hat, wie der Andere sein soll oder welche Antworten er gibt. Durch diese Haltung, mit der du nichts als reine Liebe bist, kannst du den Anderen am besten begleiten.
Nach der Pause ermutigte Thilo jeden Teilnehmer eine Frage zu stellen. Dabei stellte ein anderer Teilnehmer heraus, dass er auf keinen Fall angefasst werden möchte. Dass das eine absolute Grenze für ihn ist. "Ich mag kein kuscheln hier".
Ob unsere Erklärungen und Ausführungen zu der Körperarbeit und dem geschützten Raum hier angekommen waren musste der morgige Tag zeigen.
Mit der Programmbeschreibung für den morgigen Samstag ging der 1. Tag zu Ende.
Samstag, 08.05.2010
Obwohl ich rechtzeitig aufgestanden war [06.30 Uhr] habe ich mich mit der S-Bahn Richtung Grünau verfahren. Thilo war ganz schön 'genervt' bis er mich wieder gefunden hatte . . .
Leider war der Teilnehmer, der gestern über seine Grenzen körperlichen Kontaktes und das 'Kuscheln' gesprochen hatte heute nicht mehr dabei. Schade.
Zum ersten Mal wurde unter Anleitung von Thilo Yoga gemacht. Eine ganze Stunde lang. Dazu mussten wir zunächst verdeutlichen, dass es sich hierbei nicht um Sport handelt sondern um Übungen, die die Haltung des Hineinschmelzens fördern.
So gelockert und im Fluss sollte die 2-er Übung:
"Was willst du wirklich?" gemacht werden.
Bei dem anschliessenden Austausch über die einzelnen Erfahrungen oder Fragen habe ich leider den Spruch von Mahatma Gandhi, den ein Teilnehmer zitierte, vergessen.
Allerdings fällt mir dazu ein weiterer seiner Sprüche ein;
Ohne Wahrheit kann es keine Erkenntnis geben
Und dann gab es zum Mittag erstmals für uns 'Knastessen'
Nudelsuppe mit [ein wenig] Hühnerfleisch. Entschädigt wurden wir aber durch den super lecker Kuchen vom Zellengenossen eines Teilnehmers [im früheren 'Leben' Konditor].
Und dann kam`s knüppeldick. Thilo liess die "Golden Cross Meditation"
Du kannst für diesen letzten Wunsch, den Wunsch die Innere Freiheit zufinden, stehen.
Und ich habe auch mitgemacht. Unbeschreiblich. Du stehst eine Stunde mit ausgebreiteten Armen [fast wie am Kreuz] und lässt alles auftauchen. Dazu stehst du einem Anderen mit Augenkontakt gegenüber. Was ich für Gedanken, Schmerzen und Wahrnehmungen hatte kann ich kaum beschreiben. Umso berauschender ist das Gefühl, wenn es vorbei ist, wenn man es geschafft hat.
Nach einer kurzen Pause habe ich dann eine Trance angeleitet: "Gehe in der Erinnerungen in dein schönstes Erlebnis. Mit allen Sinnen - - - was braucht es um das Erlebnis noch schöner werden zu lassen?"
Mit einer abschliessenden Erfahrungsrunde ging´s dann in den Feierabend und zurück nach Berlin.
Sonntag, 0905.2010
Wie bereits gestern, am Samstag, hiess das zunächst wieder um 06.30 Uhr aufstehen. Thilo abholen - diesmal fuhr ich - und weiter die 1 1/2 Stunden nach Brandenburg fahren, damit es pünktlich um 09.00 Uhr losgehen kann.
Das leicht modifizierte Yoga durch Thilo war wieder richtig Klasse.
Natürlich haben wir über die 'Golden Cross Meditation' berichtet.
Aber dann mit einiger Stille im sitzen habe ich das 'Verbundene Atmen' vorgestellt, das wir anschliessend für mindestens 1 Stunde machen würden.
Dabei atmet Derjenige, der begleitet wird so, dass er in der Vorstellung wie auf einem Zifferblatt einer Uhr zwischen 7 und 5 Uhr aus- und einatmet. Also einatmen bis 5/17 Uhr und mit Schwung bis 7/19 Uhr ausatmen. Der Schwung vielleicht so wie auf einer Schaukel. Und dann kann das Ausatmen zunehmen und auf dem 'Ziffernblatt' kann es immer höher gehen, bis Aus- und Einatmen unmittelbar ineinander übergehen. Das Verbundene Atmen. Und alles darf auftauchen.
Nach dem Ausklingen der Übung, ganz besonders mit einem Nachspüren und dem Austausch darüber, gab es nochmal Mittag [pan. Schnitzel mit Kartoffeln, Bohnen mit Speck und Sosse] und dann musste ich mich wegen eines privaten Termines auf den Heimweg machen.
Auf jeden Fall schwingt und wirkt das ganze Wochenende auch in mir stark nach.
Rainer
P. S.: man kann das Projekt auch ohne Geld unterstützen. Wir suchen Jemanden, der die Tonaufnahmen, die wir parallel zum Film machen, transkribiert.
Wär das was für dich?
Labels:
Ein ganzes Wochenende
Donnerstag, 6. Mai 2010
Der Körper ist ein wertvolles Tor zur inneren Freiheit
Das hat man auch nicht alle Tage, dass man von dem Chefredakteur einer Zeitung interviewt wird.
Gestern war das der Fall. Thilo und ich standen dem Chefredakteur der 'UZ' unsere Zeitung, der Gefängniszeitung der JVA Brandenburg, Rede und Antwort.
Da unser Gesprächspartner selbst in seinem Leben umfangreiche Achtsamkeitserfahrungen gemacht hat war es um so leichter über die 'Innere Freiheit' das Aufwachen zu sprechen.
Ergebnis;
was für ihn wie eine kleine graue Maus ausgesehen hatte entpuppte sich im Laufe des Interviews zu einem mächtigen Elefanten. Wir waren ihm nämlich als 2 Meditationstypen mit guruhaften Ansichten angekündigt worden. Die Ernsthaftigkeit spiritueller Arbeit, mit praktischen Werkzeugen für die Persönlichkeitsentwicklung der Häftlinge, hat dem Ganzen dann doch ein anderes Gewicht gegeben. Dies vor dem Hintergrund unserer Arbeit mit unserem spirituellen Lehrer Christian Meyer und in der Tradition von Ramana Maharshi.
Und dann ging es wie jeden Mittwoch um 17.00 Uhr wieder an die Arbeit mit den Häftlingen. Es waren vier anwesend, wobei uns vermittelt wurde, dass 2 Neue dazukommen werden. Vielleicht schon jetzt zum 7. - 9.5., dem ersten Projektwochenende in der JVA.
Nach der Körpertrance durch mich übernahm Thilo und liess die Teilnehmer aufstehen. Sie sollten für sich einen guten Platz im Raum finden und den Körper die Bewegungen machen lassen, die er von selbst machen möchte. Ganz ohne Beurteilung und ohne eigenes Wollen. Das ging erstaunlich gut bei den Männern und die Körper kamen in mehr oder weniger Schwingung. Dabei kann es hilfreich sein, den Körper zu Anfang ein wenig 'anzustossen' Vielleicht so wie bei einer Schaukel. Dann aber ist es wichtig nichts mehr zu tun sondern den Körper alleine machen zu lassen. Bei einem Teilnehmer kam erst deutlicher etwas in Bewegung, nachdem er sich aufgrund meiner Unterstützung von der Wand losgelöst hatte, an der er bis dahin Schutz und Halt gesucht hatte.
So in Schwingung kann der Körper ganz weich werden. Ganz durchlässig und Gefühle oder Erfahrungen können auftauchen.
Nach dem anschliessenden Erfahrungsaustausch haben uns die Häftlinge ihren jeweiligen ausgefüllten Fragebogen übergeben, bzw. werden das noch tun. Entweder anonym oder mit Namen versehen.
Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt eingeleitet, nämlich eine wissenschaftliche Begleitung. Dipl. Psych. Janine Girzig wird die Bögen auswerten und die Befragung im Verlaufe des Projektes wiederholen, um Veränderungen feststellen zu können.
Auf die Ergebnisse sind wir alle sehr gespannt.
Und dann haben Sie uns die Kopien der ersten Blogs gezeigt, die wir Herrn Feelgood zur Weiterleitung an die Häftlinge übergeben hatten. Jetzt kennen auch die Freunde und Angehörigen die Website des gemeinnützigen Vereins 'Bewusst Sein e. V.' und damit die Projektkonzeption und den Blog.
Herzlich willkommen beim lesen : - ))
Den Rest der gemeinsamen Arbeit haben wir dann im Wesentlichen mit dem Thema Gefühle verbracht.
Gefühle in der genauen Abgrenzung zu Gedanken, Körperempfindungen und Erfahrungen.
Und danach ist eben "böse" kein Gefühl sondern eine gedankliche Bewertung!
Für die Arbeit ist es von grosser Bedeutung, die Gefühle wahrnehmen zu können und zu benennen. Sie sind das wichtigste Vehikel um in die Tiefe zu den Erfahrungen und der 'Inneren Freiheit' zu kommen.
Am Ende haben wir noch über die Organisation und die Schwerpunkte [Körperarbeit] des kommenden Wochenendes gesprochen.
Und wir freuen uns, wenn wir und auch das Filmteam, das wieder einmal dabei sein wird, am Samstag ein warmes Mittagessen bekommen werden. Für reichlich Tee ist auf jeden Fall gesorgt.
Einen guten Abend
Rainer
Gestern war das der Fall. Thilo und ich standen dem Chefredakteur der 'UZ' unsere Zeitung, der Gefängniszeitung der JVA Brandenburg, Rede und Antwort.
Da unser Gesprächspartner selbst in seinem Leben umfangreiche Achtsamkeitserfahrungen gemacht hat war es um so leichter über die 'Innere Freiheit' das Aufwachen zu sprechen.
Ergebnis;
was für ihn wie eine kleine graue Maus ausgesehen hatte entpuppte sich im Laufe des Interviews zu einem mächtigen Elefanten. Wir waren ihm nämlich als 2 Meditationstypen mit guruhaften Ansichten angekündigt worden. Die Ernsthaftigkeit spiritueller Arbeit, mit praktischen Werkzeugen für die Persönlichkeitsentwicklung der Häftlinge, hat dem Ganzen dann doch ein anderes Gewicht gegeben. Dies vor dem Hintergrund unserer Arbeit mit unserem spirituellen Lehrer Christian Meyer und in der Tradition von Ramana Maharshi.
Und dann ging es wie jeden Mittwoch um 17.00 Uhr wieder an die Arbeit mit den Häftlingen. Es waren vier anwesend, wobei uns vermittelt wurde, dass 2 Neue dazukommen werden. Vielleicht schon jetzt zum 7. - 9.5., dem ersten Projektwochenende in der JVA.
Nach der Körpertrance durch mich übernahm Thilo und liess die Teilnehmer aufstehen. Sie sollten für sich einen guten Platz im Raum finden und den Körper die Bewegungen machen lassen, die er von selbst machen möchte. Ganz ohne Beurteilung und ohne eigenes Wollen. Das ging erstaunlich gut bei den Männern und die Körper kamen in mehr oder weniger Schwingung. Dabei kann es hilfreich sein, den Körper zu Anfang ein wenig 'anzustossen' Vielleicht so wie bei einer Schaukel. Dann aber ist es wichtig nichts mehr zu tun sondern den Körper alleine machen zu lassen. Bei einem Teilnehmer kam erst deutlicher etwas in Bewegung, nachdem er sich aufgrund meiner Unterstützung von der Wand losgelöst hatte, an der er bis dahin Schutz und Halt gesucht hatte.
So in Schwingung kann der Körper ganz weich werden. Ganz durchlässig und Gefühle oder Erfahrungen können auftauchen.
Nach dem anschliessenden Erfahrungsaustausch haben uns die Häftlinge ihren jeweiligen ausgefüllten Fragebogen übergeben, bzw. werden das noch tun. Entweder anonym oder mit Namen versehen.
Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt eingeleitet, nämlich eine wissenschaftliche Begleitung. Dipl. Psych. Janine Girzig wird die Bögen auswerten und die Befragung im Verlaufe des Projektes wiederholen, um Veränderungen feststellen zu können.
Auf die Ergebnisse sind wir alle sehr gespannt.
Und dann haben Sie uns die Kopien der ersten Blogs gezeigt, die wir Herrn Feelgood zur Weiterleitung an die Häftlinge übergeben hatten. Jetzt kennen auch die Freunde und Angehörigen die Website des gemeinnützigen Vereins 'Bewusst Sein e. V.' und damit die Projektkonzeption und den Blog.
Herzlich willkommen beim lesen : - ))
Den Rest der gemeinsamen Arbeit haben wir dann im Wesentlichen mit dem Thema Gefühle verbracht.
Gefühle in der genauen Abgrenzung zu Gedanken, Körperempfindungen und Erfahrungen.
Und danach ist eben "böse" kein Gefühl sondern eine gedankliche Bewertung!
Für die Arbeit ist es von grosser Bedeutung, die Gefühle wahrnehmen zu können und zu benennen. Sie sind das wichtigste Vehikel um in die Tiefe zu den Erfahrungen und der 'Inneren Freiheit' zu kommen.
Am Ende haben wir noch über die Organisation und die Schwerpunkte [Körperarbeit] des kommenden Wochenendes gesprochen.
Und wir freuen uns, wenn wir und auch das Filmteam, das wieder einmal dabei sein wird, am Samstag ein warmes Mittagessen bekommen werden. Für reichlich Tee ist auf jeden Fall gesorgt.
Einen guten Abend
Rainer
Donnerstag, 29. April 2010
Es durfte so sein
Gestern war es ganz schön heiss in unserem Gruppenraum in der JVA. Und das lag nicht nur an der Sonneneinstrahlung.
Vier Häftlinge waren mit uns zusammen. Diesmal liesen wir die Körpertrance vom Beginn übergehen in die Wahrnehmung der inneren Freiheit . . .
"lass dich auf ein Experiment ein . . . du hast die innere Freiheit jetzt realisiert . . . ganz sicher . . . wie fühlt es sich an . . . was erfährst du . . . wie ist dieser Raum von Leere . . .usw.?
Beim anschliessenden Erfahrungsaustausch standen alle noch sichtlich unter den gerade gemachten Eindrücken und Erfahrungen. Fast wollten sie gar nicht mehr weg von dieser friedlichen, liebe- und lichtvollen Erfahrung.
Bei den folgenden Einzelführungen konnten wir wiederum feststellen, wie schwer es den Männern fällt Ihre Gefühle wahrzunehmen. Oft hilft dann die Frage: "Welche Stimmung ist gerade da. Eher freudig oder eher ängstlich?" Und erst dann kamen leichte Ansätze von Gefühlswahrnehmungen.
Wiederum haben wir herausgestellt, dass dies der Weg in die Tiefe ist. Zunächst musst du es 100 %-ig wollen. Quasi als einzigster Wunsch der übrig geblieben ist. Den Gedanken nicht mehr glauben. Anhalten und genau schauen, was auftaucht und wie die Impulse fast wie automatisch kommen. Impulse, wieder so zu reagieren wie immer oder schon so oft. Und dann kannst du feststellen, wie es ist, jetzt diesen Impulsen nicht mehr zu folgen.
Wie ein Alkoholiker, der nicht mehr nach der Flasche greift. Der wirklich wissen will was dann passiert.
Dann hat Thilo erstmals thematisiert, dass wir hier viel Trauer wahrnehmen. Im Raum, im Gebäude, auf dem ganzen Areal.
Trauer, wo wir wissen, dass sich diese zusammensetzt aus einem Gefühl - Schmerz - und einer Geschichte. Dann kann die Geschichte losgelassen werden und der Schmerz kann zum ersten mal auftauchen. Wird gefühlt und verbrennt irgendwann. Nach ein paar Minuten.
Und wie das sei mit der Schuld? Das war natürlich der zentrale Punkt überhaupt im Leben der Häftlinge. Nach und nach kamen die Kommentare:
". . die ersten 2 Jahre war ich hochgradig Suizid gefährdet . . ."
". . ich nehme heute noch nach Jahren Medikamente und hatte 2 Nervenzusammenbrüche . . . "
". . ich kann erst jetzt nach Jahren langsam wieder ein paar Stunden am Stück schlafen . . ."
Wieder ging es uns darum dies alles nur zu fühlen. Die Gedanken Gedanken sein zu lassen und sich für die Gefühle zu öffnen. Dann wirst du lebendig und bist bereit alles anzunehmen wie es ist. Und das ist Liebe. Bedingungslose Liebe die nichts will. Die nichts braucht.
Und in dieser inneren Versenkung bat Thilo die Häftlinge innerlich den Satz zu sagen: "Es durfte so sein wie es war."
Keine Entschuldigung, keine Vergebung, kein Hintertürchen und schon gar kein die Tat gut finden. Einfach fühlen, was der Satz macht.
Da kam für mich die 'Hitze' auf, die ich zum Beginn bereits gespürt hatte.
Und auf gar keinen Fall war das leicht für die Männer. Ohne grosse Worte konnte jeder von uns spüren was da noch für Leid und Trauer und auch Angst steckt.
Am Ende fragten wir noch was eigentlich bisher am besten hilft. Von den Übungen, den Formaten oder Gesprächen. Einhellig war es der Wunsch nach noch mehr innerer Klärung, was Gedanken, was Empfindungen auf der Ebene des Körpers, was Gefühle und was Erfahrungen sind.
Einer meinte: "Ich glaube ich brauche einen ganz neuen Wortschatz um dies richtig benennen zu können."
Also werden wir auch daran weiter arbeiten.
Nächsten Mittwoch werden Thilo und ich von Redakteuren der 'UZ - unsere Zeitung' [ebenfalls Häftlinge] interviewt werden.
Und dann steht auch bereits das 1. Seminarwochenende vom 7. - 9.05.10 in der JVA an.
Ich lasse mich überraschen . . .
Bis bald wieder
Rainer
Vier Häftlinge waren mit uns zusammen. Diesmal liesen wir die Körpertrance vom Beginn übergehen in die Wahrnehmung der inneren Freiheit . . .
"lass dich auf ein Experiment ein . . . du hast die innere Freiheit jetzt realisiert . . . ganz sicher . . . wie fühlt es sich an . . . was erfährst du . . . wie ist dieser Raum von Leere . . .usw.?
Beim anschliessenden Erfahrungsaustausch standen alle noch sichtlich unter den gerade gemachten Eindrücken und Erfahrungen. Fast wollten sie gar nicht mehr weg von dieser friedlichen, liebe- und lichtvollen Erfahrung.
Bei den folgenden Einzelführungen konnten wir wiederum feststellen, wie schwer es den Männern fällt Ihre Gefühle wahrzunehmen. Oft hilft dann die Frage: "Welche Stimmung ist gerade da. Eher freudig oder eher ängstlich?" Und erst dann kamen leichte Ansätze von Gefühlswahrnehmungen.
Wiederum haben wir herausgestellt, dass dies der Weg in die Tiefe ist. Zunächst musst du es 100 %-ig wollen. Quasi als einzigster Wunsch der übrig geblieben ist. Den Gedanken nicht mehr glauben. Anhalten und genau schauen, was auftaucht und wie die Impulse fast wie automatisch kommen. Impulse, wieder so zu reagieren wie immer oder schon so oft. Und dann kannst du feststellen, wie es ist, jetzt diesen Impulsen nicht mehr zu folgen.
Wie ein Alkoholiker, der nicht mehr nach der Flasche greift. Der wirklich wissen will was dann passiert.
Dann hat Thilo erstmals thematisiert, dass wir hier viel Trauer wahrnehmen. Im Raum, im Gebäude, auf dem ganzen Areal.
Trauer, wo wir wissen, dass sich diese zusammensetzt aus einem Gefühl - Schmerz - und einer Geschichte. Dann kann die Geschichte losgelassen werden und der Schmerz kann zum ersten mal auftauchen. Wird gefühlt und verbrennt irgendwann. Nach ein paar Minuten.
Und wie das sei mit der Schuld? Das war natürlich der zentrale Punkt überhaupt im Leben der Häftlinge. Nach und nach kamen die Kommentare:
". . die ersten 2 Jahre war ich hochgradig Suizid gefährdet . . ."
". . ich nehme heute noch nach Jahren Medikamente und hatte 2 Nervenzusammenbrüche . . . "
". . ich kann erst jetzt nach Jahren langsam wieder ein paar Stunden am Stück schlafen . . ."
Wieder ging es uns darum dies alles nur zu fühlen. Die Gedanken Gedanken sein zu lassen und sich für die Gefühle zu öffnen. Dann wirst du lebendig und bist bereit alles anzunehmen wie es ist. Und das ist Liebe. Bedingungslose Liebe die nichts will. Die nichts braucht.
Und in dieser inneren Versenkung bat Thilo die Häftlinge innerlich den Satz zu sagen: "Es durfte so sein wie es war."
Keine Entschuldigung, keine Vergebung, kein Hintertürchen und schon gar kein die Tat gut finden. Einfach fühlen, was der Satz macht.
Da kam für mich die 'Hitze' auf, die ich zum Beginn bereits gespürt hatte.
Und auf gar keinen Fall war das leicht für die Männer. Ohne grosse Worte konnte jeder von uns spüren was da noch für Leid und Trauer und auch Angst steckt.
Am Ende fragten wir noch was eigentlich bisher am besten hilft. Von den Übungen, den Formaten oder Gesprächen. Einhellig war es der Wunsch nach noch mehr innerer Klärung, was Gedanken, was Empfindungen auf der Ebene des Körpers, was Gefühle und was Erfahrungen sind.
Einer meinte: "Ich glaube ich brauche einen ganz neuen Wortschatz um dies richtig benennen zu können."
Also werden wir auch daran weiter arbeiten.
Nächsten Mittwoch werden Thilo und ich von Redakteuren der 'UZ - unsere Zeitung' [ebenfalls Häftlinge] interviewt werden.
Und dann steht auch bereits das 1. Seminarwochenende vom 7. - 9.05.10 in der JVA an.
Ich lasse mich überraschen . . .
Bis bald wieder
Rainer
Donnerstag, 15. April 2010
Es tut sich was
Man könnte sagen ein "Schweben und Tönen" geht durch die JVA-Gemäuer.
Gestern waren Thilo und ich wieder gemeinsam in der JVA und konnten mit fünf Häftlingen arbeiten.
Dazu hatten wir noch Sandra, die Regisseurin und Sebastian, Kamera, dabei. Ich glaube Sandra war ein wenig aufgeregt. Und für uns Männer war es das erste mal, dass eine Frau mit dabei war. Irgendwie verhalten sich Männer in Gruppen dann doch ein wenig anders. Sandra hat sich persönlich und auch die Motivation des Filmteams vorgestellt. Am Ende sollten bei Interesse der Häftlinge Einzelporträts mit Foto erstellt werden.
Und nicht zu vergessen hatte ich zum ersten Mal auch mit Herrn Feelgood, dem Leiter der Sozialtherapeutischen Abteilung Kontakt. Es hat mich sehr beeindruckt, wie unkompliziert, offen und vor allem mit vollster Unterstützung er das Projekt unterstützt und überhaupt durch seine damalige Zusage ermöglicht hat. Demnächst wird es ein Interview in der Gefängniszeitung geben und vom 7. - 9.05.2010 ein ganzes Seminar-Wochenende.
"Schweben und Tönen" im Knast.
Die Körpertrance zum Einstieg ging diesmal dazu über, aufzustehen, einen Ton zu finden und den Ton mit dem wahrgenommenen Gefühl zu verbinden.
Bereits vorher hatten wir mit den Häftlingen die Vermutung geteilt, dass ihre immer wieder auftretenden Anstrengungen und 'schmerzenden' Füsse beim längeren stehen, eine Verschiebung ihres Festhaltens sein könnten. Da ich die Übung ebenfalls mitgemacht habe konnte ich einmal wieder ihre Wirkung erfahren, die Gefühle freier werden zu lassen und den Körper in Schwingung zu bringen.
Wie nicht anders zu erwarten fällt es den Männern noch schwer so im Raum zu stehen und da so einen Ton von sich zu geben. Ganz so wie uns Nicht-Häftlingen auch. Was mich wiederholt berührt hat war der deutlich erkennbare und auch ausgesprochene Wunsch von allen da weiterzumachen. Von daher sind wir alle auf das erste Seminar-Wochenende im Mai gespannt.
Erstmals gab es angeregt durch Thilo "Jeder muss jetzt eine Frage stellen" :-) einen guten Austausch über die Sichtweisen und Bedürfnisse der Teilnehmer. Damit war für mich deutlicher als bisher Nähe und beginnendes Vertrauen spürbar. Vielleicht lag das u. a. auch mit daran, dass Sandra dabei war.
Auch wenn es uns nicht um Geschichten der Einzelnen geht [Phantasien des Ego], gab es z. B. die Information, dass einer der Teilnehmer hier 10 Jahre seines Lebens verbringt und das er sich für seine Straftat schämt. Es gerne ungeschehen machen würde. Und ich glaube da war auch noch Angst über das Leben nach dem Knast. Quasi in Freiheit. Und auch Verbitterung darüber in der Gesellschaft auf ewig abgestempelt zu sein. Ohne Chance, dass Veränderungen und Entwicklungen sowie die Sühne und Strafe über alles gewürdigt werden.
Das schreibt sich hier so einfach. Klar ist mir, dass das später auf dem Prüfstein "Vermieter, Arbeitgeber, Nachbarn, etc." ganz real anstehen wird.
Das wir einen Blog, ein öffentliches Tagebuch schreiben, und das es eine Seite in der Community des Kamphausen-Verlages gibt, fanden alle sehr interessant. Für das nächste Mal bringe ich Ausdrucke von Beidem mit. Zur Information, aber auch als Ausdruck dieser gegenseitigen Offenheit.
Eine Frage an Thilo war, wie dieses aufgewachte Sein denn tatsächlich sein wird und ob er dass erfährt?
Jetzt nur zu sagen, dass dies nicht oder nur schwer in Worten beschrieben werden kann, wäre uns zu wenig gewesen. So haben wir unsere bisherigen eigenen Erfahrungen von Leere, Liebe und Ich-Losigkeit beschrieben Auch wenn diese bisher leider nicht von langer Dauer waren. Ganz deutlich haben wir auch nochmals herausgestellt, dass man das 'Aufwachen' nicht machen kann. Das die Arbeit hier keine Ausbildung oder ein Lernen ist. Vielmehr kann sich jeder begehrlich machen. Begehrlich für die Gnade.
Ein Teilnehmer berichtete von einem Schweben, dass er erfahren hat. Und dass er immer wieder darin verfällt das mit seinen Gedanken verstehen zu wollen.
Thilo führte dazu aus, dass sich dieser Prozess des sich nach innen Wendens, wie ein Sog nach unten anfühlen kann oder eben wie ein schweben. Schweben in der Unendlichkeit, der Leere, dem Nichts.
Bei dem Bericht eines Anderen, der von einer Therapiegesprächssituation erzählte, wo auf einmal seine Wut ganz weg war und er dieses Gespräch dann nur noch als 'Spielchen' empfand vermuteten wir das Ego im Spiel. Und vielleicht war diese Wut dann nicht 'verbrannt' sondern doch nur in den 'Keller' zu den Anderen gesperrt.
Verbrennen, was für uns heisst, dass Alles dasein darf wie es auftaucht und in der Folge nichts damit gemacht wird. Weder ausagieren noch eine Geschichte dazu machen. Und dann hört jedes Gefühl irgendwann auf. Ist 'verbrannt' Vielleicht nach 2 aber vielleicht auch erst nach 7 Minuten.
Aber die Themen kommen jetzt mehr und das macht auch uns Mut an unserem einjährigen Projekt dran zu bleiben.
Und für die weitere Körperarbeit wünschen sich [fast] alle 'Meditations-Socken'
Bei allem Spass meinte Thilo - das will er mal mit Helga bereden, da Helga ganz besondere Socken stricken kann.
So sehen wir zukünftig vielleicht noch besser ausgestattet dem kommenden Mittwoch und dem Wochenende im Mai entgegen um die Arbeit fortzusetzen.
Heute geht es gleich in Sachen Projekt weiter. Ein Freund aus meiner NLP-Ausbildung hat uns angeboten zu versuchen für das Projekt Fördermittel zu finden. Damit wäre uns auch viel geholfen, da wir bisher immer noch alles aus eigener Tasche zahlen. Ich muss mich korrigieren; es gibt ja bereits eine Privatspende!
Danke fürs lesen
Rainer
Gestern waren Thilo und ich wieder gemeinsam in der JVA und konnten mit fünf Häftlingen arbeiten.
Dazu hatten wir noch Sandra, die Regisseurin und Sebastian, Kamera, dabei. Ich glaube Sandra war ein wenig aufgeregt. Und für uns Männer war es das erste mal, dass eine Frau mit dabei war. Irgendwie verhalten sich Männer in Gruppen dann doch ein wenig anders. Sandra hat sich persönlich und auch die Motivation des Filmteams vorgestellt. Am Ende sollten bei Interesse der Häftlinge Einzelporträts mit Foto erstellt werden.
Und nicht zu vergessen hatte ich zum ersten Mal auch mit Herrn Feelgood, dem Leiter der Sozialtherapeutischen Abteilung Kontakt. Es hat mich sehr beeindruckt, wie unkompliziert, offen und vor allem mit vollster Unterstützung er das Projekt unterstützt und überhaupt durch seine damalige Zusage ermöglicht hat. Demnächst wird es ein Interview in der Gefängniszeitung geben und vom 7. - 9.05.2010 ein ganzes Seminar-Wochenende.
"Schweben und Tönen" im Knast.
Die Körpertrance zum Einstieg ging diesmal dazu über, aufzustehen, einen Ton zu finden und den Ton mit dem wahrgenommenen Gefühl zu verbinden.
Bereits vorher hatten wir mit den Häftlingen die Vermutung geteilt, dass ihre immer wieder auftretenden Anstrengungen und 'schmerzenden' Füsse beim längeren stehen, eine Verschiebung ihres Festhaltens sein könnten. Da ich die Übung ebenfalls mitgemacht habe konnte ich einmal wieder ihre Wirkung erfahren, die Gefühle freier werden zu lassen und den Körper in Schwingung zu bringen.
Wie nicht anders zu erwarten fällt es den Männern noch schwer so im Raum zu stehen und da so einen Ton von sich zu geben. Ganz so wie uns Nicht-Häftlingen auch. Was mich wiederholt berührt hat war der deutlich erkennbare und auch ausgesprochene Wunsch von allen da weiterzumachen. Von daher sind wir alle auf das erste Seminar-Wochenende im Mai gespannt.
Erstmals gab es angeregt durch Thilo "Jeder muss jetzt eine Frage stellen" :-) einen guten Austausch über die Sichtweisen und Bedürfnisse der Teilnehmer. Damit war für mich deutlicher als bisher Nähe und beginnendes Vertrauen spürbar. Vielleicht lag das u. a. auch mit daran, dass Sandra dabei war.
Auch wenn es uns nicht um Geschichten der Einzelnen geht [Phantasien des Ego], gab es z. B. die Information, dass einer der Teilnehmer hier 10 Jahre seines Lebens verbringt und das er sich für seine Straftat schämt. Es gerne ungeschehen machen würde. Und ich glaube da war auch noch Angst über das Leben nach dem Knast. Quasi in Freiheit. Und auch Verbitterung darüber in der Gesellschaft auf ewig abgestempelt zu sein. Ohne Chance, dass Veränderungen und Entwicklungen sowie die Sühne und Strafe über alles gewürdigt werden.
Das schreibt sich hier so einfach. Klar ist mir, dass das später auf dem Prüfstein "Vermieter, Arbeitgeber, Nachbarn, etc." ganz real anstehen wird.
Das wir einen Blog, ein öffentliches Tagebuch schreiben, und das es eine Seite in der Community des Kamphausen-Verlages gibt, fanden alle sehr interessant. Für das nächste Mal bringe ich Ausdrucke von Beidem mit. Zur Information, aber auch als Ausdruck dieser gegenseitigen Offenheit.
Eine Frage an Thilo war, wie dieses aufgewachte Sein denn tatsächlich sein wird und ob er dass erfährt?
Jetzt nur zu sagen, dass dies nicht oder nur schwer in Worten beschrieben werden kann, wäre uns zu wenig gewesen. So haben wir unsere bisherigen eigenen Erfahrungen von Leere, Liebe und Ich-Losigkeit beschrieben Auch wenn diese bisher leider nicht von langer Dauer waren. Ganz deutlich haben wir auch nochmals herausgestellt, dass man das 'Aufwachen' nicht machen kann. Das die Arbeit hier keine Ausbildung oder ein Lernen ist. Vielmehr kann sich jeder begehrlich machen. Begehrlich für die Gnade.
Ein Teilnehmer berichtete von einem Schweben, dass er erfahren hat. Und dass er immer wieder darin verfällt das mit seinen Gedanken verstehen zu wollen.
Thilo führte dazu aus, dass sich dieser Prozess des sich nach innen Wendens, wie ein Sog nach unten anfühlen kann oder eben wie ein schweben. Schweben in der Unendlichkeit, der Leere, dem Nichts.
Bei dem Bericht eines Anderen, der von einer Therapiegesprächssituation erzählte, wo auf einmal seine Wut ganz weg war und er dieses Gespräch dann nur noch als 'Spielchen' empfand vermuteten wir das Ego im Spiel. Und vielleicht war diese Wut dann nicht 'verbrannt' sondern doch nur in den 'Keller' zu den Anderen gesperrt.
Verbrennen, was für uns heisst, dass Alles dasein darf wie es auftaucht und in der Folge nichts damit gemacht wird. Weder ausagieren noch eine Geschichte dazu machen. Und dann hört jedes Gefühl irgendwann auf. Ist 'verbrannt' Vielleicht nach 2 aber vielleicht auch erst nach 7 Minuten.
Aber die Themen kommen jetzt mehr und das macht auch uns Mut an unserem einjährigen Projekt dran zu bleiben.
Und für die weitere Körperarbeit wünschen sich [fast] alle 'Meditations-Socken'
Bei allem Spass meinte Thilo - das will er mal mit Helga bereden, da Helga ganz besondere Socken stricken kann.
So sehen wir zukünftig vielleicht noch besser ausgestattet dem kommenden Mittwoch und dem Wochenende im Mai entgegen um die Arbeit fortzusetzen.
Heute geht es gleich in Sachen Projekt weiter. Ein Freund aus meiner NLP-Ausbildung hat uns angeboten zu versuchen für das Projekt Fördermittel zu finden. Damit wäre uns auch viel geholfen, da wir bisher immer noch alles aus eigener Tasche zahlen. Ich muss mich korrigieren; es gibt ja bereits eine Privatspende!
Danke fürs lesen
Rainer
Labels:
"Schweben und Tönen"
Donnerstag, 1. April 2010
Wo sind die Gefühle hin?
Als es gestern um 17.02 Uhr im Seminarraum der JVA endlich losgehen konnte, war nur ein Häftling anwesend. Auf meine Frage, wo denn die anderen seien, antwortete er, dass er das nicht so genau wüsste. Man sieht sich zwar hier und da, sofern man im gleichen Bereich einsitzt aber man spricht nicht soviel miteinander. O-Ton:
"Hier sucht man sich nicht gerade seine Freunde fürs Leben."
Aber dann kamen noch vier Weitere und wir sind gleich in eine geführte Atemübung eingestiegen.
Dem 'Energiekreis - Atem'.
Im Stehen, mit einem möglichst geraden Rücken, wird in der Vorstellung beim tiefen Einatmen der Atem vom tiefsten Punkt des Rumpfes, dem Wurzelchakra aus, geholt. Er fliesst dann weiter über den Rücken nach oben, bis über den Kopf, zum Scheitel wo dann das Ausatmen beginnt. Dann fliesst der Atem an der Vorderseite abwärts bis zum Wurzelchakra, wo das erneute Einatmen beginnt usw. Der Atem bildet so einen Kreis über und durch den ganzen Oberkörper. Mit zunehmender Zeit kann man gut die Energie, ein Strömen und das Vibrieren des Körpers spüren.
Nachdem 30 Minuten vergangen waren wurde sich wieder hingesetzt und nachgespürt. Beim anschliessenden Austausch über die Erfahrungen zeigte es sich wieder, dass Gefühle noch nicht wahrgenommen werden können. Der Austausch beschränkte sich auf kribbelnde Füsse und ein sich angenehm und wohl fühlen . . . Auf die Frage, was für ein Gefühl damit verbunden sei wurden Gedanken und Körperempfindungen benannt.
Wir werden an dem zentralen Thema Gefühle dran bleiben, da sie uns in die Tiefe zu den grundlegenden Gefühlen wie Angst, Schmerz und Freude führen können und damit in Richtung des bodenlosen Grundes.
Im Nachgang zu der Atemübung wurden die 7 Chakren besprochen und die energetisierende Wirkung des 'Energiekreis - Atem', da der Atem auf seinem Weg alle 7 Chakren stimuliert.
Die Häftlinge berichteten, dass sie in der zurückliegenden Woche weiter in den Büchern von Christian Meyer gelesen haben.
Einer hat sich in seiner Zelle ein Blatt Papier aufgehängt mit den Fragen:
* Was will ich?
* Was fühle ich?
* Wer bin ich?
Dieses 'Wer bin ich' lässt ihn seit dem nicht mehr los. Und er stellt sich diese Frage zunehmend den ganzen Tag über, bei jeder Handlung.
Nach der abschliessenden Trance, die zurückführte zu einem Zeitpunkt, wo der Frieden und die Liebe zum letzenmal deutlich erfahren wurden und wo Elemente der Bewusstheits-Übung einflossen, konnte einer der Teilnehmer berichten, dass er als 'Geschenk' in der Tiefe ein helles Leuchten wahrnehmen und sich als 'Zitronenfalter' erfahren konnte . . .
Ganz vertrauensvoll konnte er das sagen. Da war kein Gelächter oder Witzeleien der anderen. Auch sie hatten wohl Erfahrungen gemacht, die sie schweigend mit in ihre Zelle nahmen.
Rainer
"Hier sucht man sich nicht gerade seine Freunde fürs Leben."
Aber dann kamen noch vier Weitere und wir sind gleich in eine geführte Atemübung eingestiegen.
Dem 'Energiekreis - Atem'.
Im Stehen, mit einem möglichst geraden Rücken, wird in der Vorstellung beim tiefen Einatmen der Atem vom tiefsten Punkt des Rumpfes, dem Wurzelchakra aus, geholt. Er fliesst dann weiter über den Rücken nach oben, bis über den Kopf, zum Scheitel wo dann das Ausatmen beginnt. Dann fliesst der Atem an der Vorderseite abwärts bis zum Wurzelchakra, wo das erneute Einatmen beginnt usw. Der Atem bildet so einen Kreis über und durch den ganzen Oberkörper. Mit zunehmender Zeit kann man gut die Energie, ein Strömen und das Vibrieren des Körpers spüren.
Nachdem 30 Minuten vergangen waren wurde sich wieder hingesetzt und nachgespürt. Beim anschliessenden Austausch über die Erfahrungen zeigte es sich wieder, dass Gefühle noch nicht wahrgenommen werden können. Der Austausch beschränkte sich auf kribbelnde Füsse und ein sich angenehm und wohl fühlen . . . Auf die Frage, was für ein Gefühl damit verbunden sei wurden Gedanken und Körperempfindungen benannt.
Wir werden an dem zentralen Thema Gefühle dran bleiben, da sie uns in die Tiefe zu den grundlegenden Gefühlen wie Angst, Schmerz und Freude führen können und damit in Richtung des bodenlosen Grundes.
Im Nachgang zu der Atemübung wurden die 7 Chakren besprochen und die energetisierende Wirkung des 'Energiekreis - Atem', da der Atem auf seinem Weg alle 7 Chakren stimuliert.
Die Häftlinge berichteten, dass sie in der zurückliegenden Woche weiter in den Büchern von Christian Meyer gelesen haben.
Einer hat sich in seiner Zelle ein Blatt Papier aufgehängt mit den Fragen:
* Was will ich?
* Was fühle ich?
* Wer bin ich?
Dieses 'Wer bin ich' lässt ihn seit dem nicht mehr los. Und er stellt sich diese Frage zunehmend den ganzen Tag über, bei jeder Handlung.
Nach der abschliessenden Trance, die zurückführte zu einem Zeitpunkt, wo der Frieden und die Liebe zum letzenmal deutlich erfahren wurden und wo Elemente der Bewusstheits-Übung einflossen, konnte einer der Teilnehmer berichten, dass er als 'Geschenk' in der Tiefe ein helles Leuchten wahrnehmen und sich als 'Zitronenfalter' erfahren konnte . . .
Ganz vertrauensvoll konnte er das sagen. Da war kein Gelächter oder Witzeleien der anderen. Auch sie hatten wohl Erfahrungen gemacht, die sie schweigend mit in ihre Zelle nahmen.
Rainer
Montag, 29. März 2010
Der Start
Etwas aufgeregt war ich schon, als wir am Mittwoch, dem 24.02.2010 das grosse Eingangsportal der JVA - Brandenburg durchschritten und hinter uns das massive Tor wieder in seine elektronische Verriegelung fiel.
Wir hatten den 1. Schritt gemacht und waren da, um endlich das Projekt des gemeinnützigen Vereins "Bewusst-Sein für ganzheitliches Wachstum e. V." zu starten. Ausser für Thilo, der das Projekt initiiert hatte , war das für Robert, Sebastian und Juri vom Filmteam sowie für mich das erste mal, dass wir in einem echten Gefängnis drin waren!
Umso überraschender war, dass alles ganz unkompliziert ablief und wir schnurstracks zum Seminarraum geführt wurden. Natürlich wieder durch diverse Tore und an mindestens 5 Meter hohen Zäunen vorbei.
Im Seminarraum waren bereits 7 Insassen und 1 Bediensteter anwesend. Der Empfang war freundlich aber auch verhalten neugierig.
Was wird das werden? Wieder ein Entspannungs- oder Antistress-Seminar?
Spätestens nach der Körpertrance wurde allen Beteiligten klar, dass es hier um ernsthafte spirituelle Arbeit geht. Auch durch die Vermittlung praktischer Handwerkszeuge in Form von Instrumenten und Methoden.
Thilo liess auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass das Anliegen das Aufwachen ist. Diese Freiheit, die unabhängig von äusseren Umständen ist.
Dies wurde dann auch mit der sog. Bewusstheits-Übung deutlich, die als Partnerübung durchgeführt wurde und seit dem in den Alltag der Teilnehmer eingekehrt ist.
Nach 2 Stunden gemeinsamer Arbeit und den ersten Filmaufnahmen kehrten wir wieder nach Berlin zurück.
Nicht ohne die Freude, dass wir den Teilnehmern für eine echte Herausforderung Instrumente an die Hand gegeben hatten, wie sie selbstständig ihre Haltung im Leben radikal ändern können.
Rainer
Wir hatten den 1. Schritt gemacht und waren da, um endlich das Projekt des gemeinnützigen Vereins "Bewusst-Sein für ganzheitliches Wachstum e. V." zu starten. Ausser für Thilo, der das Projekt initiiert hatte , war das für Robert, Sebastian und Juri vom Filmteam sowie für mich das erste mal, dass wir in einem echten Gefängnis drin waren!
Umso überraschender war, dass alles ganz unkompliziert ablief und wir schnurstracks zum Seminarraum geführt wurden. Natürlich wieder durch diverse Tore und an mindestens 5 Meter hohen Zäunen vorbei.
Im Seminarraum waren bereits 7 Insassen und 1 Bediensteter anwesend. Der Empfang war freundlich aber auch verhalten neugierig.
Was wird das werden? Wieder ein Entspannungs- oder Antistress-Seminar?
Spätestens nach der Körpertrance wurde allen Beteiligten klar, dass es hier um ernsthafte spirituelle Arbeit geht. Auch durch die Vermittlung praktischer Handwerkszeuge in Form von Instrumenten und Methoden.
Thilo liess auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass das Anliegen das Aufwachen ist. Diese Freiheit, die unabhängig von äusseren Umständen ist.
Dies wurde dann auch mit der sog. Bewusstheits-Übung deutlich, die als Partnerübung durchgeführt wurde und seit dem in den Alltag der Teilnehmer eingekehrt ist.
Nach 2 Stunden gemeinsamer Arbeit und den ersten Filmaufnahmen kehrten wir wieder nach Berlin zurück.
Nicht ohne die Freude, dass wir den Teilnehmern für eine echte Herausforderung Instrumente an die Hand gegeben hatten, wie sie selbstständig ihre Haltung im Leben radikal ändern können.
Rainer
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