Freitag, 25. Juni 2010

Alles tun, die Gefühle nicht fühlen zu wollen, darf aufhören

Was mir zunächst auffiel war, dass die Teilnehmer neben sich Ramana-Kärtchen liegen hatten. Offensichtlich benutzten sie diese Karten mit Zitaten oder Sprüchen des Weisen vom Berg Arunachala.

Aber bevor wir darauf eingingen bat ich darum die Augen zu schliessen, Anspannung abfliessen zu lassen und aufmerksam zu sein welches Gefühl gerade da ist ode welche Stimmung.

Die Teilnehmer sollten dann einen eigenen Ton finden, der zu dem Gefühl bzw. der Stimmung passt und tönen.
Dann bat ich sie aufzustehen und ohne Unterbrechung weiter zu tönen.

Jetzt sollte der Körper Bewegungen machen dürfen, wie er wollte. Ganz von allein. Ohne ein beeinflussen, ohne ein machen.

Nach ca. 25 Minuten sollten die Töne und Bewegungen ausklingen und auf dem Sitzplatz nachgespürt werden.

Die Ramana-Kärtchen werden täglich benutzt. Entweder gleich beim aufstehen oder sogar mehrmals unter Tage. Und wie die Aussagen darauf stimmen und die aktuelle Lebenssituation - auch den Nerv - treffen wird ausgeführt. Mir wird dazu von viel überrascht sein und von Berührtheit berichtet.
Auch, dass die Teilnehmer die Arbeit, die sie hier machen überhaupt nicht mehr missen wollen. Es ist zu einem sehr wichtigen Teil ihres Lebens geworden.

Für mich ist es dabei schön zu sehen, wie lebendig die Männer bereits geworden sind. Wie die Augen leuchten, sie mit ihren Gefühlen ringen und wie so "banale" Dinge geschehen, dass sich bei dem Einen die Aussprache immer mehr verbessert und er immer weniger nuschelt. Wie er sich zeigt und [verstehbar] ausspricht was ihn bewegt. Nicht mehr alle für zu "dumm" hält mit ihnen zu sprechen.

Dann wurde folgende 2-er Übung gemacht.
Der spirituelle Freund, diese Haltung, wo keine Bewertungen und Erwartungen da sind und keine eigenen Vorstellungen, stellt immer wieder die Frage:
"Was tust du um deine Gefühle nicht zu fühlen?"
Nach jeder Antwort kommt ein "Danke" und die gleiche Frage wird weiter gestellt. So ca. 7 Minuten und dann erfolgt der Wechsel.
Jeweils nach dem Ende des ersten und des zweiten Durchganges bat ich die Teilnehmer die Augen zu schliessen oder geschlossen zu halten.
"Wie wäre das, wenn alles tun, um die Gefühle nicht zu fühlen, jetzt aufhören würde? Ganz wirklich aufhören würde. Was ist dann?"

Wir haben dann die Erfahrungen der Übung ausgetauscht und die Teilnehmer haben nochmals bekräftig, wie sehr sie sich ein nächstes Wochenendseminar wünschen.

Wegen des Deutschlandspiels anlässlich der Fussball-WM haben wir eine halbe Stunde eher Schluss gemacht :-)

Rainer

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