Nach Krankheit und 3-wöchiger Erholungszeit mit Urlaub war ich gestern mit Thilo endlich wieder in der JVA.
Ein neuer Teilnehmer hat zur Gruppe gefunden und wenn alles klappt wird am nächsten Mittwoch, dem 25. Aug, ein weiterer Häftling dazukommen. Dann hätten wir 5 Teilnehmer.
Im September oder Oktober soll es einen Erfahrungsaustausch mit allen Beteiligten geben; den teilnehmenden Häftlingen, den Verantwortlichen der JVA und dem Projektteam.
Für den heutigen [18.8.] Einstieg hat Thilo eine neue Körperarbeit vorbereitet.
Zu 15 Minuten Kundalini-Meditations-Klängen von der CD, mit anschliessenden 15 Minuten Ausklingen und Nachspüren, haben die Teilnehmer und wir unsere Körper sich schütteln lassen.
Die Übung kann von den Gedanken wegbringen und den Körper entspannen und auch energetisieren. So auch die Erfahrungsberichte nach der Übung.
Nach dem Erfahrungsaustausch hat jeder Einzelne berichtet, was in den letzten Tagen aufgetaucht ist bzw. ansteht.
Das Spektrum reichte hier von der Hoffnung auf Beendigung/Verkürzung der Sicherungsverwahrung, der Feststellung, doch immer wieder primär in die Gedanken zu gehen, bis hin zum Ausblenden unangenehmer Gefühle, bzw. dem was jetzt auftaucht, indem sich auf die "Kuckuckswolke 7" zurückgezogen wird.
Und doch ist da auch die tiefe Sehnsucht nach Stille. Nach innerer Freiheit.
Anschliessend haben wir nochmals die Bedeutung der Bewusstheitsübung unterstrichen, die wir verstärkt anleiten und durchführen wollen. Und dabei auch die Position des Begleiters als sog. "spiritueller Freund". Der spirituelle Freund, diese Haltung, wo keine Bewertungen und Erwartungen da sind und keine eigenen Vorstellungen oder Absichten. Wenn jemand in dieser Haltung ist scheint die wahre Natur des Menschen durch: Liebe, Leere und Bewusstsein.
Die Bewusstheitsübung beginnt mit der schlichten Frage: "Wessen bist du dir jetzt bewusst?" Oder abgewandelt: "Was fühlst oder erfährst du gerade?"
Und dann antwortet der andere mit seiner Wahrnehmung, die gerade da ist. Und dann wiederholst du die Antwort genau mit denselben Worten. Und dann fügst du etwas Neues an: „du kannst dir auch .... bewusst sein.“ Abschliessend fügst du immer den gleichen Satz an: „und das kann dir helfen tiefer zu fallen“. So kannst du dein Gegenüber darin unterstützen, diese innere Reise zu machen, tiefer zu sich zu finden.
Diese Basisübung, die anfängt mit der Frage „Wessen bist du dir bewusst“, ist auch eine Trance-Induktion und das wichtigste Instrument auf dem Weg zur inneren Freiheit.
Du kannst sie benutzen, um für dich selber oder für den Menschen, mit dem du arbeitest oder den du unterstützt oder begleitest, zu helfen, dieses Zwischenreich, diesen Trancezustand, diesen hypnotischen Zustand aufzusuchen, um auf den verschiedenen Ebenen zu arbeiten. Und du kannst sogar unmittelbar aufwachen.
Nach dem Wechsel zur gegenseitigen Unterstützung und einem kurzen Erfahrungsaustausch war die Zeit leider schon wieder verstrichen.
Es gibt noch die Idee, einen/mehrere Beitrag der teilnehmenden Häftlinge im O-Ton an dieser Stelle zu veröffentlichen . . .
Und demnächst wird es nach Freigabe den ersten Filmtrailer über das Projekt und die Arbeit geben.
Rainer
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