Gestern, Mittwoch, den 9. Juni 2010, hatten wir uns bereits für 15.00 Uhr zum Austausch mit Herrn Feelgood, dem Leiter der Sozialtherapeutischen Abteilung verabredet. Neben der Statusabstimmung ging es auch darum, dass Gespräch für den Dokumentarfilm aufzunehmen.
Herr Feelgood berichtete von seinen Gesprächen mit unseren aktuellen Teilnehmern, bzw. auch von Teilnehmern, die inzwischen weggeblieben sind. Auch wenn er gerade keinen aktuellen Stand hat [den haben die betreuenden Therapeuten] wusste er doch einzelne kleinere Veränderungen zu berichten.
Interessant war auch, wie sich unsere Arbeit über die Gedanken, Gefühle und Erfahrungen mit der Therapie ergänzt. Daraus u. a. die Möglichkeiten zur Impulskontrolle, wo angehalten werden kann.
Gut ist, dass wir das Vertrauen der Teilnehmer haben und ihnen praktische Instrumente [Übungen] an die Hand geben, mit denen sie auch für sich selbst arbeiten können.
Aufgrund der sehr guten Erfahrungen mit dem ersten Wochenend-Seminar im Mai ist sowohl auf seiner Seite als auch bei uns das Interesse gross, sobald als möglich das nächste Seminar durchzuführen.
Dann ging es gemeinsam mit dem Filmteam weiter zu unserem Seminarraum.
Zum Einstieg habe ich eine Trance angeleitet, wo der Einzelne sich vor sich auf einer Bühne sehen soll und sein ganzes Leben vor ihm ablaufen lässt. Wie in einem Film/Bühnenstück. Vom Baby über die Kindergartenzeit, zum Kind, der Einschulung, Schule, Ausbildung, Beruf, Familie, Freundschaften und verliebt sein, bis zur eigenen Familiengründung, der Tat und dem Heute.
Daran anschliessend haben wir uns über die Erfahrungen und Eindrücke ausgetauscht.
Der erste Teilnehmer, der berichtete, konnte erstmals gut seine Wut fühlen. Und auch die Kraft und Energie, die damit einhergeht.
Er sagte: "Die Wut geht weit über ihn, über den Körper, hinaus und er hat Angst, dass sie alles zerstören könnte. Jetzt ist er aber froh, dass er sie zulassen und fühlen kann. Der ganze Körper strömt."
Dann, im immer weiteren tieferen annehmen blieben Erfahrungen - unter den Gefühlen - von Frieden und Freiheit übrig.
Der Zweite war zeitlich etwas später gekommen und konnte so nur einen Teil der Trance mitmachen. Als 'roten Faden' konnte er für sich erkennen, dass er in seinem ganzen Leben immer Glück hatte und glücklich war. Damit war das Gefühl von Freude und Glückseligkeit verbunden.
Bis auf den einen Zeitpunkt der Tat . . .
Der Dritte Teilnehmer konnte Garnichts auf der Bühne sehen. Alles war grau. Da waren nur die Gefühle von Wut und Schmerz. Und zum ersten Mal auch ganz offen Tränen.
Tränen, von denen es heisst, sie seien das Schmelzwasser der Seele.
Bei alledem die Geschichte, dass es mit dem Ende seiner Haftzeit [7 Jahre] vielleicht nicht klappt, obwohl er doch alles dafür getan hat und tut. Und trotz der Geschichte und der dadurch hervorgerufenen Wut war er dann bereit, dass alles zu fühlen und es anzunehmen.
An diesen Erfahrungstausch haben wir dann eine neue Variante der Körperarbeit angeschlossen. Den sog. "Schmelzatem"
Hierbei atmet Derjenige, der begleitet wird, bewusst zu einer Stelle im Körper, wo er eine Verspannung spürt. Mit dem Einatmen löst er die Anspannung und atmet anschliessend das so Gelöste aus. D. h., bei dieser Art von Atemübung entspannt der Körper zweimal. Einmal beim Einatmen und dann beim Ausatmen.
Der Begleiter ist wieder in der Haltung des 'Spirituellen FreundesIN' der nichts will, keine Erwartungen, keine Bewertungen und keine eigenen Ideen hat. Dadurch taucht Liebe auf. Er nimmt zuerst freundlich und vorsichtig Körperkontakt durch einfache Berührung mit den Händen auf und drückt dann mit einem Finger oder mehreren Fingern / Fingerknöcheln in die Körperstelle, wo eine Anspannung ist. Dabei macht die Arbeit Derjenige, der begleitet wird. Quasi von innen heraus. Und so verweilt man ca. 2 Minuten an einer Stelle und wandert dann weiter. Dabei soll sich der Spirituelle Freund nicht anstrengen sondern ganz entspannt dasitzen.
Derjenige, der arbeitet, soll möglichst bis an die Schmerzgrenze gehen, aber nicht darüber hinaus. Allerdings auch nicht darunter. Und dann mit dem Atem in den Schmerz hinein schmelzen. Das macht die Haltung, die nötig ist, um sich hinzugeben, alles anzunehmen. Darüber hinaus wird die Durchlässigkeit des Körpers verbessert und die Gefühle können besser fliessen.
Nach einer Abschlussrunde haben wir uns bis zur nächsten Woche verabschiedet.
Rainer
Donnerstag, 10. Juni 2010
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