In der Eingangstrance sollten sich die Teilnehmer vorstellen, dass das Leben nur eine leere Projektionsfläche wäre. Wie eine leere weisse Kinoleinwand. Und auf dieser Leinwand werden dann Bilder und Laute drauf projiziert. Mal Komödien, mal Liebesfilme, Action oder Dokumentationen. Oder deine Geschichte. Dein Leben. Und das diese Bilder und Geschichten nicht das wirkliche erfahrbare Leben sind. Und welche Erfahrungen gemacht werden, wenn die Geschichten aufhören und nur noch da ist, was unmittelbar im jetzigen Moment auftaucht.
Das da vielleicht auch Angst auftaucht und sich festgehalten wird. Am Körper, am Leben, eben an der Geschichte.
So bat ich die Teilnehmer immer noch in der Trance, sich vorzustellen, sie hätten sich in einem tiefen Urwald verirrt und es gäbe wirklich und ganz sicher keine Hoffnung, dass sie in den nächsten Tagen gefunden werden könnten.
Und dass sie jetzt von der giftigsten Schlange gebissen worden wären, die es auf der Erde gibt. Wo man weiss, dass es kein Gegengift gibt und sie sicher in längstens 2 Stunden tot sein werden.
Beim anschliessenden Erfahrungsaustausch wurde deutlich, woran der Einzelne noch festhält. Z. B. am Körper. Aber es wurde auch berichtet, dass mit der Vorstellung über den sicheren Tod ein Einverstanden einherging. Eine tiefe Ruhe eingekehrt ist.
Weil das Thema Angst vor dem Tod bzw. Tod überhaupt öfter angesprochen wurde, habe ich gleich eine weitere Trance-Übung gemacht. Dabei sollten sich die Teilnehmer ihre eigene Beerdigung vorstellen. Sie wären ganz sicher gestorben und lägen jetzt in ihrem Grab. Und sie könnten noch rausschauen und sehen, wer sich alles um das Grab versammelt hat. Familienangehörige, Freunde und Bekannte, KollegenINNEN, Sportfreunde u. ä. Oder auch wichtig, wer ggf. fehlte.
Und dabei sollten sie sich jeden einzelnen der Trauergesellschaft genau anschauen. Was er tut, wie sein Gesichtsausdruck ist, welche Kleidung er trägt, usw. Und dann sollte jemand noch näher an das Grab herantreten und eine Grabrede halten. Wer war es - mit welcher Haltung und Mimik - was sagte er / sie?
Nachdem die Trance beendet war und alle wieder unversehrt und lebendig im Raum, war es doch so, dass alle zu ihrer eigenen Überraschung keine Angst hatten. Wirklich einverstanden waren und im Frieden damit.
Mit einem abschliessenden Austausch über die Fiktion des Egos und die inständige Empfehlung, unbedingt auch ausserhalb der 2 Stunden mittwochs an der 'Inneren Freiheit' zu arbeiten, habe ich mich verabschiedet.
Rainer
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